winterlicher Lammburger mit Camembert und Preiselbeeren im Brioche-Bun

Burger sind eine Klasse für sich. Das ganze Jahr über geht mein Interesse an diesen praktisch zu essenden Kleinodien nicht verloren. Die Leidenschaft kann man natürlich auch aufrecht erhalten, in dem man das Jahr über variiert. Im Sommer eher deftig mit BBQ-Soße, Speck und Zwiebeln und im Winter eher eine süßliche Variante.

Der Burger passt insbesondere durch das maximal-schmackhafte Lammfleisch in die Winterzeit. Das süßliche Brioche-Brötchen, der Camembert und die süßen Preiselbeeren sorgen dann für das perfekte Finish.

Es geht nichts über frische Zutaten. Buns und Patties sind also auch in Handarbeit entstanden.

Ich habe mir beim Fleischhauer eine Lammkeule und etwas fetten Speck organisiert und durch den Wolf gelassen. Wer keinen hat, kann das mit Sicherheit auch direkt beim Metzger machen lassen.

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Der Fettanteil sollte beim saftigen Burger etwa bei 20 % liegen. Da die Lammkeule sehr mager ist, nehme ich auf ein Kilo Lamm noch einmal 200 Gramm Speck dazu.

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Der Wolf ist ein günstiges Modell von Kenwood, der aber hervorragend funktioniert. Würde ich noch einmal einen neuen kaufen, nehme ich aber einen aus Edelstahl, da man den bedenkenlos in die Spülmaschine schmeißen kann. Meiner ist aus Alu und verträgt nur Handwäsche. Das schlimmste am Kochen – und insbesondere am Hantieren mit Fleisch – ist das Abwaschen. Da das keiner für mich macht muss man da eben optimiert arbeiten.

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Die Patties steche ich mit einem Bonbonglas aus – quasi runde Hackplätzchen. Da meine Frau heute den Deckel Ihres Bonbonglases pulverisiert hat, ist der praktische Ausstecher jetzt meiner – denke ich …

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Für die Brioche-Buns habe ich ein Rezept vom Burgerspezialisten Florian von bigmeatlove.de verwendet (Schaut unbedingt mal bei Ihm auf der Seite vorbei!!)   Hier das Rezept. Super fluffig und lecker. Mit gekauften Brötchen sind diese Schätzchen nicht zu vergleichen. Ob glänzend oder „matt“, ob mit oder ohne Sesam – ganz wie Ihr wollt.

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Als Soße habe ich eine Preiselbeer-Mayonnaise angerührt.

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Die angefrorenen Fleischige werden jetzt von beiden Seiten gegrillt. Ob auf einer Platte oder dem Rost ist Geschmacksache. Auf der Platte geht weniger Saft verloren – aber Rost ist auch OK.

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Die Buns werden auf der Innenseite kurz angegrillt und dann kann die Geschmacksbombe zusammengebastelt werden.

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Die Reihenfolge von unten nach oben ist:

Brötchenunterseite, Preiselbeer-Mayo, Ruccola, ein Scheibchen Lamm, Camembert (wird bereits auf dem Grill zum anschmelzen mit aufgelegt), ein zweites Scheibchen Lamm, Preiselbeeren und dann den Deckel nicht vergessen.

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Was soll ich sagen. Saftig, süß, herzhaft, vorweihnachtlich – einfach der Hammer.

In diesem Sinne: Guten Appetit !!!

 

 

frittiertes Hühnchen wie bei „Punkt Punkt Punkt“

Es gibt da dieses Fast-Food-Restaurant, das sich überwiegend der Zubereitung von Geflügel verschrieben hat. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Namen sagen darf, deshalb nennen ich es aus SICHERHEITSGRÜNDEN „Punkt Punkt Punkt“. Die haben diese knusprigen Hähnchenteile, die mit Sicherheit erfunden wurden, um dem Schlankheitswahn Einhalt zu gebieten. Aber lecker sind sie. Und damit man auch satt wird, werden sie bei „Punkt Punkt Punkt“ im Bedarfsball im Eimer verkauft.

Ich stehe ja total auf „geheime Rezepte“. Mann munkelt, dass bei „Punkt Punkt Punkt“ nur wenige Mitarbeiter in die geheime Zusammensetzung der Gewürzmischung eingeweiht sind. Und diese Mitarbeiter dürfen niemals zusammen ein Flugzeug besteigen – krass. Laut zuverlässigen Quellen (YouTube) ist nun aber das Rezept an die Öffentlichkeit gelangt. Ich glaube das allerdings nicht und habe die knusprigen kleinen Scheißer zu Testzwecken nachgekocht.

Man nehme hierfür:

  • Hühnchenteile
  • Fritteröl
  • 4 Eier
  • Milch
  • 2/3 Esslöffel (EL) Salz
  • 1/2 EL Thymian
  • 1/2 EL Basilikum
  • 1/3 Oregano
  • 1 EL Sellerie-Salz (hatte ich vergessen zu kaufen – aber viele sind auch allergisch auf Sellerie)
  • 1 EL schwarzer Pfeffer
  • 1 EL gemahlene Senfkörner
  • 4 EL Paprika
  • 2 EL Knoblauchsalz
  • 1 EL Ingwer-Pulver
  • 3 EL weißer Pfeffer
  • 2 Tassen Mehl

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Die Gewürze und das Mehl werden in eine möglichst große Schüssel gegeben, um beim panieren eine größere Sauerei zu vermeiden.

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Alles wird schön durchmengt, zum Beispiel mit einem Schneebesen.

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Damit der Mehl-Gewürz-Teig am Hühnchen haftet, wird noch Ei und Milch benötigt. Das Ei wird getrennt. Wir brauchen hier nur das Eiweiß.

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Mit einem Schuss Milch wird das Eiweiß verrührt.

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Die Hühnerbeine und Flügel werden in der Milch-Eiweiß-Mixtur rundum nass gemacht. Also eine proteinreiche Mahlzeit ist das mit Sicherheit (Hühnchen, Eiweiß und Milch).

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Im Anschluss wird der Teilvogel schön in dem „nicht-mehr-geheimen-Gewürzmix“ gewälzt.

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Der Trick der dicken Knusperpanade ist ein weiteres Bad in der Eiweißsoße und einer erneuten Schicht Gewürzmehl.

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Auch wenns schon etwas aussieht wie das Endprodukt – nicht naschen !! Salmonellen mögen keine Nascher !!

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Da wir Salmonellen aber auch nicht mögen, wird bei rund 150 Grad Celsius frittiert. Wer eine Fritteuse hat, hat Glück. Wer keine hat, nimmt einen möglichst hohen Topf. Der Vorteil der Fritteuse ist der verbaute Thermostat. Das macht es einfacher die Temperatur bei rund 150 Grad zu halten.

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Nach 15 Minuten sind die Teilchen goldbraun. Man muss wahrscheinlich etwas rumprobieren, denn es ist ein schmaler Grad zwischen durchgegart, aber innen noch saftig bei trotzdem korrekter Knusprigkeit. Daher nur Stücke gleichzeitig frittieren, die auch etwa gleich groß sind. Im Zweifel mal eins rausnehmen und reinschauen.

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Überschüssiges Fett, das nicht auf die Hüften soll, landet in einer dicken Lage Küchenpapier.

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Zu diesem Gericht passen z.B. ein Coleslaw-Salat und Maiskolben.

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Mein Fazit: Ich denke nicht, dass das Rezept von „Punkt Punkt Punkt“ an die Öffentlichkeit geraten ist. Aber mit der o.g. Rezeptur bekommt man auch ein sehr schmackhaftes Ergebnis hin. Es benötigt sicher etwas Übung den genauen Punkt zu treffen, an dem das Fleisch durchgegart, aber noch saftig und die Panade knusprig aber noch nicht zu knusprig ist. Mir hat mein erster Versuch schon sehr gut gefallen.

In diesem Sinne: Guten Appetit !!!

saftiges „Pulled-Chicken-Brot“ mit Käse (Achtung: nur als Beilage geeignet!!!)

Vorweg ein Sicherheitshinweis: Wenn man das Teil – auch zu zweit – komplett auffuttert, kann man die halbe Nacht nicht pennen, da der Durchschnittskörper auf so eine unkontrollierte Brennstoffzufuhr nicht vorbereitet ist. Daher würde ich das Gericht eher als Beilage empfehlen.

Neulich sah ich bei Facebook eine Video, in dem das versaute Backwerk hergestellt wurde. Da musste ich nicht lange überlegen – nachmachen!!

Nur bei der „Buffalo-Soße“, die zu einem Großteil aus Chilli besteht, war mir klar, dass ich das meiner Frau nicht anbieten kann. Daher habe ich mich für eine mildere Soßenvariante entschieden. Dazu aber gleich mehr. Hier die Zutatenliste:

  • Pizza-Kit von „Knack und Back“
  • Eine schale Hähnchenfleisch (vom Dönermann)
  • geriebener Käse (Gouda und Cheddar)
  • Cremefine zum Kochen oder Sahne
  • Butter
  • Frühlingszwiebeln
  • Knoblauch
  • Schmand
  • Majo
  • Salz
  • Pfeffer
  • Currypulver
  • Paprikapulver

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Für die Soße werden eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe zerkleinert und in etwas Öl angebraten. Anschließend werden die im „Pizza-Kit“ enthaltene Tomatensoße und ein ordentlicher Schuss Sahne (oder Creme-Fine) hinzugegeben und mit aufgekocht. Abgeschmeckt wird noch mit Salz und Pfeffer.

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Et voilà, haben wir eine schmackhafte Soße. Nach Belieben kann man auch etwas Chillipulver oder Tabasco hinzugeben. Aber da sollte man sich ein bisschen auf die Geschmäcker der auserkorenen Verzehrer einlassen.

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Mit den Lauchzwiebeln und der Soße wird das Hähnchenfleisch schön vermengt.

Warum habe ich nun aber das Fleisch nicht selbst zubereitet, sondern beim „Local-Döner-Dealer“ besorgt? Weil ich es selber auch nicht besser mache als der Dönermann. Es ist total saftig, zart und geschmacklich super.

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Und nicht immer naschen !!!

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Den Pizzateig rollt man – so gut es geht – aus, und schneidet ihn in Rechtecke, die etwa zur Backform passen. An dieser Stelle schon mal ein Tip zur Backform. Das Brot geht ganz schön auf, sodass die Form ausreichend hoch sein sollte. Bei mir ist leider viel im Backofen heruntergetropft.

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Kalorien sind kleine freche Biester, die nachts die Klamotten heimlich enger nähen. Von denen sind hier auf jeden Fall auch welche mit drin. Die Teigstücke werden dünn mit zerlassener Butter bestrichen.

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Dann wird das Hühnchen-Soßen-Frühlingszwiebel-Trio verteilt und mit einem Mix aus Gouda und Cheddar bestreut.

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Die Rechtecke werden nun gestapelt und vertikal in eine Backform gefriemelt.

Ach, da ist ja noch Butter übrig. Also rauf damit.

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Die übrige Soße wird ebenfalls verteilt und sickert in die Teigbombe ein.

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Krosser Käse ist immer eine gute Idee. Daher wird auch noch der restliche Käse verteilt.

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Im Backofen wird das Brot bei 180 Grad etwa 45-60 Minuten gebacken.

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Das Werk darf dann ruhig etwas abkühlen, sodass man mit den Händen gefällige Stücke abrupfen kann, die man dann in eine leckere Knoblauch-Soße tunkt. Das Rezept zur Knoblauchsoße dazu findet Ihr bei den „Süßkartoffel-Pommes“.

Wenn man das Wunderwerk alleine essen könnte – nur mal angenommen – dann braucht man danach bestimmt 4-6 Wochen nichts anderes mehr zu essen, da es enorm krass sättigt. Also mein Tipp: Auf einem abendlichen Buffet, bei dem man mal dies und mal das isst, ein echter Knaller !!

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In diesem Sinne: Guten Appetit !!!

Bratapfel mit Mandeln, Rosinen, Honig und Vanillesoße (schmeckt auch zu Glühwein)

Meine Frau würde sagen: Hunger, Pipi, Müde, Kalt !!! Ignoriert man diesen Hinweis auf den offenbar kritischen Gesamtzustand der Partnerin, kann es zumindest unangenehm werden!

Daher empfehle ich folgendes:

  1. Decke holen
  2. Kamin anmachen
  3. Problemstellung „Pipi und Müde“ in Ermangelung an Behebungsmöglichkeiten einfach ignorieren
  4. Bratapfel machen

Warum ein Bratapfel gut tut? Er ist warm und weich, süß und sauer, knusprig und klebrig. Der Gaumen ist so abgelenkt von diesen schönen Eindrücken, dass sich die vier unlängst beschriebenen Problemstellungen (bis auf Pipi) in Wohlgefallen auflösen.

Was braucht man also dafür?

Für den Apfel:

  • 4 schöne Boskoop, da sie eine schöne Säure haben
  • ca. 50 Gramm Mandelstifte
  • ca. 50 Gramm Rosinen/Sultaninen
  • 4-5 Teelöffel Honig
  • Eine Messerspitze Zimt
  • Margarine

Für die Vanillesoße:

  • ein halber Liter Milch
  • ein Eigelb
  • einen knappen Esslöffel Speisestärke
  • 20 Gramm Zucker
  • eine halbe Vanilleschote (oder ein Teelöffel Vanillezucker)

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Die Mandeln, die Rosinen, der Honig und die Messerspitze Zimt (oder mehr nach belieben) werden ordentlich vermengt.

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Für nen Meisenknödel nen büschen süß, aber als Füllung für unseren Bratapfel sehr gut.

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Damit die Füllung auch Platz hat, wird das Kerngehäuse großzügig ausgestochen. Wer keinen Kerngehäuseausstecher hat, und auf Küchengemetzel steht, nimmt einen 20iger Forstner-Bohrer und den Akkuschrauber. Diejenigen, die die „Pipi-Hunger-Müde-Kalt-Situation“ aber nicht noch verschärfen möchten, nehmen ein langes dünnes Küchenmesser.

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Ein Loch wie gemalt 🙂

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Die Füllung wird mit einem Löffel in den Fruchttunnel gebaggert und mit dem Zeigefinger oder einem sonstigen Stößel verdichtet.

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Eine Auflaufform wird mit Margarine eingefettet. Das geht besonders gut mit einem Küchentuch.

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Der Grill wird auf indirekte Hitze vorbereitet. Das geht bei solchen mit mehr als zwei Brennern, indem nur die beiden äußeren brennen und die inneren aus bleiben. Hat man nur zwei Brenner, oder einen Kohlegrill mit Deckel, wird eine Seite des Grills erhitzt und die andere bleibt aus. Eine Temperatur von 200 Grad ist sehr gut.

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Garniert mit einer Margarineflocke, die so groß ist, dass Wilhelm Tell auch die getroffen hätte, geht nun der Apfel auf den Grill. Genau so gut geht es natürlich auch im Backofen. Aber gerade wenn nebenbei schon der ein oder andere Glühwein gereicht wird, bietet sich der Grill an.

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Da wir nun ca. 25 Minuten Zeit haben, widmen wir uns mal der Vanillesoße. Die Speisestärke, das Eigelb und ein bisschen Milch werden schön glatt gerührt.

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Wie sie sehen, sehen sie nichts – zumindest keine Klümpchen. Denn das ist das Ziel.

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Echte Vanille ist relativ teuer, schmeckt aber auch etwas intensiver als die Variante mit Vanillin-Zucker. Erlaubt ist selbstverständlich beides.

Es genügt etwa eine halbe Schote. Mit einem Messer wird sie aufgeschnitten und ausgekratzt. Aber die ausgekratzte Schote noch nicht wegwerfen – sie wird gleich mit der Milch aufgekocht und gibt so noch einmal ganz viel Aroma an die Milch ab.

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Ist die Milch mit dem Zucker und der Vanille aufgekocht, wird die soeben vorbereitete Mixtur hinzugegeben und schnell untergerührt, sodass das Eigelb nicht stockt. Noch etwas aufkochen und dann abkühlen lassen.

Tip: Ist die Soße noch zu flüssig, kann man auch noch etwas Stärke hinzugeben und noch einmal aufkochen. Dann sollte man aber ggf. einen Pürierstab bereit halten, um die Klümpchen zu beseitigen.

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Inzwischen ist die Metamorphose des Kernobstgewächses abgeschlossen.  Etwa 25 Minuten hat dies gedauert. Wer es noch etwas bissfest im Kern mag, nimmt etwas weniger Zeit, wer es schön weich mag, nimmt eher 30 Minuten und dafür vielleicht nur 180 Grad.

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Auf einem Tellerchen mit Rosinen, Mandeln und Soße angerichtet kann nun geschlemmt werden. Ach ja, ne Kerze für die Athmo anmachen und den Glühwein nicht vergessen.

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Im Krater des Apfels ergibt sich diese warm-süß-knusprig-zimtig-gnatschige Masse. Zusammen mit der Soße und dem weichen Apfel ein Gedicht.

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In diesem Sinne: Guten Appetit !!!

PS: Und wer keinen Glühwein mag, nimmt halt ein Bier 🙂

Bratwürstchen mit Camembert und Preiselbeeren im Blätterteigmantel

Die kalte Jahreszeit beginnt und der Körper verlangt nach Behaglichkeit und nicht mehr nach Badehose – der ewige Kreis. Wohlfühlen kann erreicht werden durch einen schönen Kaminabend, einen Saunagang oder etwas leckeres zu Essen. Und mit Blätterteig ist es etwa so wie mit Überbackenem – einfach eine leckere Schweinerei. Einen Michelin-Stern gibt es vielleicht nicht dafür, aber ich brauche aktuell auch keinen.

Die Zutaten dieses Stimmungsaufhellers – die sich auch schon aus der Überschrift ergeben – hier noch einmal im Überblick:

  • Bratwürstchen
  • Blätterteig
  • Camembert
  • Preiselbeeren

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Blätterteig ist das Origami des Backofens. Vor dem Backen werden geschickt Schnitte gesetzt, es wird gefaltet und der Ofen macht daraus dann ein kleines Kunstwerk.

Meine Methode rangiert eher im Bereich „Einsteiger-Blätterteig-Kunst“, aber es ist ja auch mein „Erstes Mal“.

Die angetauten Blätterteigstücke können – sofern sie zu klein für das Vorhaben sind – noch etwas ausgerollt werden.

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Mit Würstchen kenne ich mich da schon etwas  besser aus. Eine ordentliche Bratwurst kommt natürlich eigentlich vom Grill. In der dunklen Jahreszeit sind Körper und Geist aber schon gestresst genug. Daher sollten wir uns nicht zusätzlich damit beuteln den Grill einzuheizen. Die Grillpfanne tut es zur Not doch auch.

Da diese Würstchen bereits vorgebrüht sind, werden nur noch ein paar Röstaromen aufgezaubert.

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Dann wird das Würstchen mit dem Camembert und den Preiselbeeren möglichst kompakt auf den Teig drapiert.

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Nun folgt ein abwechselndes Zudecken des Trios. Dabei kann der bereits weiche Teig auch etwas gezogen und angedrückt werden.

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Ist der Schlafrock angezogen, wird etwas Eigelb aufgepinselt. Das gibt eine schöne Färbung.

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Bei 180 Grad Umluft wird für rund 20 Minuten gebacken. Wenn was ausläuft oder nicht so 1-A aussieht – na und? Im Land der Jägerzäune darf es auch mal rustikal zugehen !!

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Warme Preiselbeeren als erneute Beigabe auf dem Teller bringen einen schönen Farbtupfer im ansonsten grauen November. Einfach lecker !!

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In diesem Sinne: Guten Appetit !!!

Dattel-Bacon-Pralinés in Zartbitterschokolade

Auf der Klaviatur der Zutaten ist es durchaus erlaubt auch Tasten gleichzeitig anzuschlagen, die nach spontaner Einschätzung das Treffen eines melodischen Geschmackstons nicht in der Lage zu sein scheinen.

Spätestens seit der Nutella-Pizza weiß ich, dass Schokolade und deftiger Bacon sehr wohl eine wertvolle Liaison eingehen können. In dieser Richtung muss also weiter geforscht werden.

Ich flippe immer fast aus, wenn bei einem Brunch jemand Datteln im Speckmantel macht. Heimlich drücke ich mich am Buffet herum – angeblich auf der Suche nach O-Saft – und unter mysteriösen Umständen dezimiert sich dann der Bestand an diesen herzhaft-fruchtigen Pralinen. Irgendwie mysteriös.

Apropros Pralinen. Warum nicht das ganze noch in Zartbitterschokolade tauchen? Also Weg mit der Bikini-Figur und ran an den Speck !!

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Die Datteln werden hierfür mit einem halben Streifen Frühstücksspeck umwickelt und auf ein Backblech gelegt (Das Wickelende unten). Es ist gut, wenn sie nicht zu locker umwickelt sind, damit sie sich nicht wieder abrollen. Also ruhig etwas ziehen, und dafür eine Runde mehr umwickeln.

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Im Backofen werden sie bei 180 Grad Umluft gebacken, bis der Speck schön knusprig ist. Bitte nicht zu lange backen, da sie ansonsten zu trocken werden. Etwa 15-20 Minuten genügen.

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Zwischendurch werden sie einmal gewendet, sodass alle Seiten kross werden.

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Nach dem Ofen werden die kleinen Scheißer zum Abkühlen in den Kühlschrank verbracht.

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Die inzwischen im Wasserbad geschmolzene Zartbitter-Kuvertüre kommt jetzt an die Reihe.

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Mit einem Zahnstocher aufgepiekt werden die Datteln schokoliert, indem sie getaucht werden. Überschüssige Schokolade sollte ruhig abtropfen, da die Schokoschicht ansonsten zu dick wird.

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Ich lege die Schokobomben auf ein Rost, das dann wieder in den Kühlschrank wandert. Das nächste mal spare ich mir allerdings das Rumgesaue mit dem Rost, und lege sie direkt auf ein Backpapier. Wenn ich mal groß bin, dann besorge ich mir eine geprägte Matte mit der Aufschrift „Grillküche Pattensen“. Die bekannten Schokoriegel haben von unten auch immer eine charakteristische Prägung vom Förderband – ich durfte mal in einer Schokoladenfabrik arbeiten 🙂

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Und das wars auch schon. Die Pralinés sind natürlich weder eine Hauptmahlzeit noch eine Beilage. Wenn man allerdings eine oder zwei zu einem Kaffee oder einem Wein nascht, dann ist alles gut.

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Sie schmecken mir ausgezeichnet, wenn sie schön gekühlt sind. Ich werde da aber noch ein bisschen experimentieren. Wie wäre eine Version mit etwas Chili?

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In diesem Sinne: Guten Appetit !!!

Pommes Frites von der Süßkartoffel mit Dip von der Knoblauchzehe :-)


Des Deutschen liebstes Gemüse ist die Kartoffel. Diese haben allerdings schon eine Dampferfahrt über den Atlantik hinter sich, denn sie stammen aus den USA. Die Süßkartoffel (Ipomoea batatas)  ist dem deutschen Durchschnittsgaumen bisher noch weitestgehend unbekannt. Das ändert sich jedoch sukzessive, da die frittierte Leckerei gerne in den derzeit wie Pilze aus der Erde schießenden Burgerbratereien als Beilage gereicht wird – und genau in dieser Rolle ist sie meiner Ansicht nach auch voll in Ihrem Element.

Man kann Pommes auf verschiedene Art und Weise zubereiten. Im Backofen oder in der Fritteuse. Ui ui ui, in der Fritteuse zubereitet sind die ja voller Fett!!! Ja genau, darum schmecken die auch besser als die aus dem Backofen. Und mal ehrlich, in einem Burgerladen habe ich noch keinen ein Tablett Pommes aus einem Backofen holen sehen.

Also, wenn schon denn schon. Wenn man sich ansonsten vernünftig ernährt, dann kann man gelegentlich auch mal einen „Cheat Day“ einlegen.

Die Süßkartoffeln werden geschält, in Scheiben und anschließend in Stifte geschnitten.

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Die Kartoffelstifte werden etwa eine Stunde in einer großen Schale gewässert.

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Ein Fettklotz wird in einem hohen Topf oder einer Fritteuse geschmolzen und auf  ca. 190 Grad erhitzt.

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Vor dem Frittieren werden die Kartoffeln mit ein paar Spritzern Öl und ein bis  zwei Teelöffeln Maisstärke in einen Beutel oder eine Schachtel gegeben. Dann wird ordentlich geschüttelt, bis sich die Stärke zu einem homogenen Film um die Pommes gelegt hat. Die Stärke führt dazu, dass die Pommes knuspriger werden.

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Es sollte nicht zu lange frittiert werden, da den Kartoffeln ansonsten sämtliche Feuchtigkeit entzogen wird. Das geht natürlich zu Lasten der Cremigkeit. Cremig und kross, das „Jekyll und Hyde“ dieser Speise.

By the Way: Kross verzeiht fehlenden Geschmack! Wenn etwas eigentlich nicht so herausragend schmeckt, dann muss es schlicht nur schön kross sein, und wir ziehen uns das alles schön rein.

Glück gehabt. Hier ist das Krosse und die Cremigkeit das i-Tüpfelchen zu dem ansonsten schon sehr guten und leicht süßlichen Geschmack der Kartoffel.

Mit Haushaltspapier wird das überschüssige Fett aufgesogen.

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Für die Knoblauchsoße benötigt man:

  • 200 Gramm Schmand
  • 100 Gramm Majo
  • 1-2 Knoblauchzehen (Vorsicht: bei zwei Zehen ist das ganze schon recht „scharf“)
  • 1/2 Teelöffel Salz
  • 1/4 Teelöffel Currypulver
  • 1/4 Teelöffel Paprikapulver
  • etwas Pfeffer

Die Zutaten werden zusammen in einen Mixer gegeben – fertig! In einem Rührbecher geht das bestimmt auch, aber dann sollte man die Knoblauchzehen vorher fein zerkleinern und nicht im Ganzen verarbeiten.

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Das Dreamteam wird zusammen angerichtet. Es gibt sie, diese ewigen Nebenrollendarsteller. Aber die sind richtig gut in dem was sie tun. Genau so ist es mit diesen Pommes. Als Hauptgericht könnte man sie auch essen, aber ihr Potential entfalten sie vollends als „Sidekick“ eines  guten Burgers !!!

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in diesem Sinne: Guten Appetit !!!

Zeitungsbericht über den Food-Blog der „Grillküche Pattensen“

Es ist doch ganz erfrischend auch mal andere schreiben zu lassen. Am 28.10.2016 ist der ganzseitige Bericht über diesen Food-Blog in der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ erschienen. Um den kulinarischen Bogen zu spannen: Der Artikel ist ganz nach meinem Geschmack!! Über die vielen positiven Feedbacks habe ich mich total gefreut. Natürlich spornt mich das an auch weiterhin nicht nachzulassen. Wer weis, vielleicht veröffentliche ich ja irgendwann mal ein Kochbuch?

So, nun aber denen, die den Artikel noch nicht kennen, viel Spass beim Lesen. (Die Auflösung ist so hoch, dass Ihr noch ein bisschen reinzoomen und die Lupe wieder neben das Rätselheft legen könnt 🙂 )

Liebe Grüße Euer IngoHAZ

Pizza vom Grill – perfekt dank Blaublech und Pizzastein

Eine leckere Pizza ist kein Hexenwerk – wenn man weis wie es geht. Leider neigen wir – zumindest viele – dazu, die gute alte „Viel hilft viel-Methode“ völlig überzustrapazieren.

Heute machen wir Pizza!!! Juhu, dann können wir ja endlich mal nach Herzenslust die Pizza belegen (Und da wir nur eine Pizza schaffen, legen wir mal schön alles drauf, worauf wir Lust haben). Obendrauf noch ne fingerdicke Schicht Käse, und dann wird das wohl schon schmecken!!! Nix da. Der hoffnungslos überladene Teigbrocken ist so krass mit Zutaten isoliert, dass daraus im normalen Ofen nur noch ein großer, warmer und etwas feucht anmutender Pizzaauflauf wird. Warum schmeckt denn nun eine Pizza beim Italiener besser? Ganz klar, weil die das anders machen. Nicht umsonst wird in der Karte nach verschiedenen Pizzen unterschieden, oder hat Euch der Kellner schon mal gefragt: „Einmal alles mit doppelt Käse?“

Nein, dünner Teig, wenige Zutaten, den Käse ruhig unter den Belag und alles bei starker Hitze backen. Aber dazu gleich mehr.

Wie man einen Teig macht, habe ich bei der Nutella-Pizza schon einmal beschrieben, aber hier noch einmal (Copy and paste ist bei eigenen Texten ja wohl erlaubt):

Am Anfang ist der Teig. Der ist hier nur aus Mehl, Wasser, Nasshefe, Salz und einem Spritzer Olivenöl. Wichtig ist, dass der Teig möglichst ein bis zwei Tage vorher vorbereitet wird, da ein langsam gehender Teig mit wenig Hefe besser schmeckt, als einer der schnell bei 50 Grad mit viel Hefe aufgeht.

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Hier die Zutaten für etwa 5 Pizzen:

  • 1000 Gramm Mehl
  • 600 ml kaltes Wasser
  • 25 Gramm Hefe (diese Klötze aus dem Kühlregal)
  • 25 Gramm Salz
  • ein paar  Spritzer Olivenöl

Die Zutaten werden in der Küchenmaschine eine Weile geknetet.

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Im Anschluss wird die klebrige Masse in einer Schale mit einem feuchten Handtuch bedeckt in den Kühlschrank verfrachtet. Ich habe den Teig 24 Stunden gehen lassen – länger ist aber wohl noch besser.

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Nach 24 Stunden haben die kleinen Hefekulturen doch schon saubere Arbeit geleistet.

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Vorm Backen wird ein Teigling abgetrennt, mit Mehl geknetet und zu einer Scheibe geformt. So weit die Wiederholung. Von der Teigherstellung für diese Pizza habe ich leider keine Bilder gemacht, aber den Teig habe ich 48 Stunden im Kühlschrank gehen lassen, und der war noch mal besser !!

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Bei der Nutella-Pizza musste ich zugeben, dass ich den Pizzastein verbaselt hatte. Ich habe ein sehr kreatives Ablagesystem in meinem Gartenhaus. Kurzum: Der Stein war da drin, und wollte wohl erst nicht gefunden werden. Naja, er ist halt jetzt wieder da. Zusätzlich habe ich mir noch Pizzableche aus „Blaublech“ besorgt. Die gibt es im Internet oder bei der Metro und kosten nicht viel. Sie sind aus rostendem Blech und müssen vor und nach der Benutzung mit Öl eingerieben werden. Die Bleche haben eine phantastische Hitzeleitfähigkeit und schirmen den Brotboden etwas vor dem extrem heißen Stein ab.

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Mit dem Nudelholz, das auch prima als „Meinungsverstärker“ geeignet ist, wird der Teig ausgerollt.

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Der Teig wird auf die Bleche verteilt. Bei einem 24iger Blech kann man mit etwa 240 Gramm rechnen.

Ein 30iger Blech braucht viel mehr Teig als 300 Gramm, denn da sollte man die Rechnung nicht ohne die Kreiszahl „Pi“ machen. Ein Matheass war ich leider nie, daher hier die Gedankenstütze für zukünftige Fälle:

Die Formel zur Flächenberechnung eines Kreises lautet:

A = π r²      oder      Kreisfläche = Pi x Radius zum Quadrat      oder      Fläche = 3,14159 mal dem Produkt aus Radius mal Radius

Gerechnet wird: 3,14159 x 12² = 3,14159 x 144 = 452 (Dreht mal euren I-Phonetaschenrechner ins Querformat, dann geht das mit wenigen Klicks)

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Die Fläche eines 24iger Blechs sind 452 Quadratcentimeter bei 240 Gramm Teig. Die Fläche eines 30iger Blechs sind 706 Quadratcentimeter. Dann wird im Dreisatz umgerechnet: 240 Gramm geteilt durch 452 cm² mal 706 cm² = 373 Gramm Teig.

So könnt Ihr übrigens auch Rezeptmengen für Kuchen bei unterschiedlich großen Springformen umrechnen 🙂 Puh, genug Mathematik !!

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Jetzt wird der Teig belegt. Zuunterst kommt eine Schicht Tomatensoße. Da ich es eilig hatte, habe ich mich für eine fertige entschieden, die aber sehr lecker war.

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Mit dem Löffelrücken wird die Soße verstrichen.

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Nun wird eine dünne Schicht Käse verstreut. Früher neigte ich auch immer dazu eine Pizza mit doppelt Käse zu bestellen, aber versucht mal eine moderate Menge. Meine Faustformel: „Mehr als an der Soße kleben kann, ist zu viel“.

Wenn man das Blech ein bisschen nach oben flippt, sollten nicht mehr Berge an Käsekrümel hochhüpfen. Aber die Menge müsst Ihr selber austesten.

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Jetzt kommen Zutaten nach Herzenslust. Aber wie gesagt: Nicht alle auf eine, und nicht so sehr wässrige Zutaten !!

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Das ist übrigens mein vagabundierender Pizzastein. Ein stranggepresster Billigstein von ebay. Nichts gegen teure Gadgets, aber für die Preisdifferenz holt Euch mal lieber ein schönes Stück Fleisch.

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Der Grill wird ordentlich aufgeheizt. Das kostet zwar etwas Gas, aber die Temperatur lohnt sich. Der Pizzastein hat rund 300 Grad.

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Der Garraum vom Grill liegt bei 330 Grad. An warmen Tagen kommt der Grill auch auf 375 Grad, aber bei kaltem nassen Wetter will er nicht so…

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Jetzt kommen die Pfännchen nacheinander für ca. 7 Minuten auf den Stein.

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Hammer. Hier eine leckere Salami…

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…oder eine Variante mit Kochschinken, schwarzen Oliven und Hollandaise…

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…oder eine klassische mit Büffelmozarella !!!

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Der Boden ist goldbraun, und schmeckt wie beim Italiener, was auch der Machart mit wenig Hefe zuzuschreiben ist.

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In diesem Sinne: Guten Appetit !!!

Experiment „Vegane Bratwurst“ – Suchtgefahr möglicherweise ausgeschlossen :-)

Ich weis garnicht wie ich anfangen soll. Ich fühle diese Leidenschaft und dieses Prickeln nicht so richtig, wenn ich über vegane Bratwurst schreibe. Aber ich kann ja nicht auf der einen Seite meiner Tochter sagen, sie soll – natürlich im kulinarischen Sinne – alles ausprobieren, und auf der anderen Seite verschließe ich mich „exotischen Foodtrends“.

Vorweg: Jeder soll essen was er möchte. Wir sollten dankbar sein, dass wir uns über das „Sattwerden“ in der Regel kaum Gedanken machen müssen. Daher sollten wir auch nicht aufeinander wegen eventueller Speiseneigungen rumhacken. Mir ist es also völlig „Wurst“, was wer wie oft macht um satt zu werden, solange dies bewusst geschieht. Ja, auch ich habe schon von diesem „Salat“ gehört (setzt sich aber bestimmt nicht durch).

Warum nun ne Wurst machen, die eher an ein Schlauch-Brot erinnert, als an das was sie sein soll? Warum überhaupt aus Blumen ein Fleisch nachbauen, ich baue doch auch nicht aus Mett eine Aubergine ?!?  Weil meine Nachbarin (Teilzeitveganerin) meine Freudentänze über die ersten eigenen echten Bratwürstchen nicht mitgetanzt ist, und sagte: Mach doch mal ne vegane Wurst !!!

Na gut. Nachdem ich gegoogelt habe was da so alles rein muss, war das Etikett fertig, bevor die Wurst die 0-Serie durchlaufen ist.

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Ich war etwas verwundert, dass da kein Fensterkit und kein Bauschaum rein muss, aber bei der einen oder anderen Zutat musste ich schon mal nachlesen, aus was die besteht. Was zur Hölle ist Seitan – klingt wie Satan. Basiert diese frappierende Ähnlichkeit zum Namen des Belzebuben auf reinem Zufall – ich denke nicht. Seitan ist laut Wikipedia eine Imitation von Fleisch durch Weizengluten. Na gut, werden schon wissen was sie tun.

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Die Zutaten bestehen aus:

  • 100 Gramm Tofu
  • 200 Gramm Wasser
  • 40 Gramm Öl
  • 0,5 TL Majoran
  • 0,25 TL Muskat
  • 0,25 TL Pfeffer
  • 2 TL Salz
  • 0,5 TL Zwiebelgranulat
  • 0,5 TL Knoblauchgranulat
  • 0,5 TL Kümmel (gemahlen)
  • 1 Messerspitze Cayennepfeffer
  • 0,25 TL Guarkernmehl
  • 0,25 TL Hefeextrakt
  • 0,5 TL Piment

Die Zutaten muss man ein bisschen suchen. Nachdem man mir sagte, dass sie im Yps-Heft in der aktuellen Ausgabe diesmal nicht dabei sind, bin ich in den nächsten Biologie-Laden meines Vertrauens gegangen. Mit Sonnenbrille und hochgeklapptem Kragen meines Trenchcoats habe ich mich durch die Gänge geschoben. Spass beiseite, und zum Wesentlichen:

Die Zutaten werden alle gleichzeitig in eine Küchenmaschine gekippt. Bei mehr als 1.000 Würsten geht bestimmt auch ein Betonmischer, aber mehr als 2-3 dieser Würste werden auf keiner meiner Grillpartys verzehrt 🙂

Die Teigmasse wird dann zu Würsten geformt.

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Da selbst ein Eiweiß-Seitling einen tierischen Spender hat, muss auf einen Wurstdarm leider verzichtet werden, was die „In-Form-Bringung“ etwas verkompliziert. Also wird der klebrige Bobel in Alufolie gewickelt und an den Enden wie ein Bonbon ordentlich verzwirbelt, sodass sich ein schöner gleichmäßiger und blasenfreier Wurstrohling ergibt.

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Im heißen Wasserdampf werden die Biester ne halbe Stunde gegart. Beim auspacken sollten alle, die keine asbestartigen Handflächen haben etwas aufpassen, denn die Würste sind verdammt heiß. Aber wer heiß anfassen kann, kann auch heiß lieben – man kennt das ja.

Nach dem Abkühlen können die Wüstchen vakuumiert werden. Aber bitte erst nach dem Abkühlen, da sie sonst noch schwitzen.

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Gegrillt sehen die Würstchen dann doch ganz gut aus. Auch das Schnittbild und die Konstistenz errinnern an eine Bratwurst. Bei einer Blindverkostung würde sie aber nur nicht als Substitut entlarvt werden, wenn der Proband vorher eine Schale mörderisch scharfer Chilis verdrückt hätte, oder ein Zahnarzt an den Nervenenden des Mundraums rummanipuliert hätte.

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Mein Fazit: Geschmacklich gut, aber ehrlich gesagt, sollte ich kein Fazit ziehen, denn ich würde es immer mit einer Bratwurst auf Fleischbasis vergleichen. Da ist eben kein Rankommen.

Fazit meiner Nachbarin: Superlecker. Die beste, die ich bisher probiert habe. Wann machst du denn mal wieder welche?

Also, es muss denen schmecken, die da Bock drauf haben. Daher: Alles richtig gemacht 🙂

In diesem Sinne: Guten Appetit !!

PS: Sorry liebe Veganer. Ich hab Euch trotzdem lieb, aber ein bisschen schmunzeln muss ich bei dem Thema eben.