Lehrter Wiesenhähnchen vom Nöhrenhof. 4 Kilo saftiges Glück vom Drehspieß des Napoleon Prestige Pro 825 (unbezahlte Werbung)

Vorweg: Das kapitale Hähnchen hat mich das erste Mal glücklich gemacht, als ich es aus dem Hofladen des Nöhrenhof in Lehrte herauswuchtete. Ich habe es mit den begleitenden Worten „Die sind alle so groß“ bekommen. Noch nie habe ich ein derartiges Gefühl beim Kauf eines Geflügels verspürt – ein Schmunzeln machte sich in meinem Gesicht breit.

Kurz zum Nöhrenhof – für den ich als „Neu-Lehrter“ auch gerne ein bisschen Werbung mache: Der Hof wird bereits in der 12. Generation als Familienbetrieb geführt und ist mit Begriffen wie Qualität und Nachhaltigkeit sehr vertraut – macht sie sogar zu seinem Motto. Wer mag schaut einfach mal selber im Hofladen vorbei, oder besucht ihn im Internet auf www.noehrenhof.de.

Während ich den Vogel „sicher“ zu mir nach Hause chauffierte, ersann ich einen Plan. Das saftigste, zarteste und schmackhafteste Hähnchen meiner Grillkarriere sollte es werden – weniger wäre einem solch schönen Tier gegenüber respektlos.

Um das gesteckte Ziel zu erreichen, muss es „gebrint“ – also in einer Salzlake eingelegt werden. Das verändert die Zellstruktur in einer Weise, die das Fleisch beim Garen weniger Feuchtigkeit verlieren lässt. Für die Salzlake genügt es im Prinzip eine 6 %ige Lösung herzustellen. Das sind 60 Gramm Salz pro Liter Wasser.

Damit sich das Salz auflöst, wird das Wasser erhitzt. Bei der Lake kann man natürlich auch noch mehr Aufwand betreiben (Zucker, Gewürze und Co…), aber darauf verzichte ich hier.

Aus der Folie befreit geht es ohne schuldhaftes Verzögern in das wieder auf Kühlschranktemperatur abgekühlte Bad.

Im Internet findet man nen Haufen Anleitungen zum brinen, aber ganz oft liest man: „Über Nacht ist am besten“.  Mit der Erkenntnis: Viel hilft viel habe ich das possierliche Wesen für rund 20 Stunden schwimmen lassen.

Der leichte „Wasserleichen-Look“ geht auf jeden Fall in den nächsten Stunden verloren. Schön abgetupft ist es bereit für die Würze. Kleiner Tipp: bei Geflügel immer schön auf Ordnung und Sauberkeit des Arbeitsplatzes achten – Stichwort Salmonellen. Ich nehme eine große Gastroschale und bereite darin alles vor.

Mit beherztem Griff wird zwischen Brust und Haut eine Tasche ins Huhn gefriemelt.

Tadaa: Eine Brust wie aus dem Bilderbuch.

Für das Extra an Geschmack kommt das Hähnchen-Gewürz von Ankerkraut zum Einsatz. Ich mische es in einem ordentlichen Klumpen Butter zu einer Paste.

Diese Kräuterbutter reibe ich auf die Brust…

…bis sie gut verteilt ist. Man kommt dabei mit etwas Geschick sogar bis in den Bereich der Schenkel. Nicht vergessen: geht immer respektvoll mit Tieren um – sie haben es verdient.

Damit der Trockenrub nicht abfällt, gibt es hier einen guten Schuss Olivenöl, der ebenfalls schön eingerieben wird.

Ich bin ein Riesenfan von „Hendl-Knuspri“ von Wiberg. Damit schmeckt es wie vom Hähnchenmann.

Das Bondage mit Küchengarn ist eine recht frickelige Angelegenheit, aber wer unfallfrei ein Geschenk einpacken kann, bekommt das auch mit mäßigem Aufwand hin. Ziel ist es das nicht alle Extremitäten im Grill rumbaumeln und nicht die Flügel schon schwarz sind und das innere des „Put Put´s“ noch roh ist. Also schön kompakt muss es sein.

Bei so einem Kaventsmann muss man ein wenig darauf achten, dass man es mittig aufspießt und so mit den Krallen befestigt, das es nicht so eiert – das mag der Motor der Rotisserie nicht. Ein bisschen kann man mit dem Kontergewicht ausgleichen, aber ggf. nicht alles.

Der Heckbrenner muss erst mal noch zusehen. Die beiden äußeren Brenner werden so eingestellt, dass im Grill eine indirekte Hitze von 160 – 180 Grad Celsius entsteht.

Unter dem Brummer wird eine Schale auf die Aromaschienen gestellt, sodass zum einen der Grill nicht so vollsaut, aber noch viel wichtiger, dass das flüssige Geschmacks-TNT nicht verloren geht. Wir brauchen es noch Zweimal!!

Einmal, um es gelegentlich wieder über der Haut des Huhnes zu verteilen: Das gibt noch einmal mehr Kraft und Saft an das Fleisch und die Haut.

Hähnchenfleich soll grundsätzlich durchgegart werden. Ab 80 Grad ist dies der Fall. Zeit bei 75 Grad den Backburner zuzuschalten. Die anderen Brenner habe ich jetzt ausgemacht.

Spätestens bei diesen Bildern hat mich das Flattervieh ein zweites Mal glücklich gemacht. Achtung Spoileralarm: Beim Essen ein drittes Mal !!!

Wenn die Haut kross ist, kann man es herunternehmen.

Wenn Ihr mich fragt: Lieber mal auf ein bisschen krosse Haut verzichten, und die Saftigkeit der Brust nicht aufs Spiel setzten. Das ist wie schönes Geschenkpapier. Letztlich zählen die inneren Werte.

Aber wenn man alles richtig macht, ist beides ein absolutes Gedicht.

Mit einem scharfen Messer wird nach einigen Momenten des „Ruhen und Abkühlens“ eine schöne Tranche von der Brust heruntergeschnitten.

Altobelli. Das Fleisch ist zart, saftig, geschmackvoll und ein absoluter Traum.

Sich ein Stück der Schenkel oder der Flügel mit einem Stück Haut zu gönnen, seinen Lieben voller Stolz eines der besten Stücke seines Tellers in den Mund zu schieben – ein Zeichen von Gastfreundlichkeit und Wertschätzung. Ich bin im 7. Hähnchenhimmel.

Da hier gewichtsbedingt etwas übrig bleiben musste habe ich die gesamte Infrastruktur des Hähnchens abgezupft und „Pulled Chicken“ vorbereitet.

Jetzt der zweite schillernde Auftritt des Bratensaftes (Danke Kathrin für den Tipp). Die Soße ist buttrig und würzig vom Ankerkrautgewürz unter der Haut. Sie schmeckt nach geröstetem Geflügel und verleiht dem Pulled Chicken mehr  himmlische „Juicyness“.

So eingefroren können wir uns auf einen leckeren Pulled-Chicken-Burger mit Currysoße freuen. Hier mal ein Link zu einem solchen Burger.

Ach ja. Der Grill – der in die neue Grillküche (im Bau) – eingezogen ist, hat auch diese Bewährungsprobe mit Bravur bestanden.

In diesem Sinne: Einen guten Appetit !!!

Fertig-Pulled-Chicken für die Mikrowelle im Test (Fazit: Auf jeden Fall nur selber machen!!!)

Als ich neulich durch einen Verbrauchermarkt schlenderte, fiel mir dieses „Fertig-Pulled-Chicken“ ins Auge. Es war wie „Unfallgucken“ – man kann irgendwie nicht wegsehen, auch wenn man eigentlich möchte.

Ich habe mich entschieden das Paket mal mitzunehmen und zu testen, in der Hoffnung das dabei wider Erwarten doch was leckeres heraus kommt. Um es vorweg zu nehmen: ich empfand es nicht so.

Ich habe mich also entschieden die Verpackung nicht zu zeigen und den Hersteller nicht zu nennen, da ich befürchte ansonsten Post eines mindestens 12-köpfigen Anwälte-Teams zu bekommen.

An dieser Stelle der Hinweis: Das ist ein Test eines einzelnen unbenannten Produktes. Wahrscheinlich schmecken die meisten Produkte dieser Art sehr gut. Dieser Test soll also nicht die gesamte Fertigproduktindustrie an den Pranger stellen. 

So, jetzt aber zu meinem Test:

Das Fertigprodukt ist luftdicht verpackt. Wenn ich so ein Ding als Bewohner der ISS aufreißen würde, dann würde ich sagen: „Oh, Pulled Chicken“. Aber so sieht es schon ein bisschen unappetitlich aus.

Wenn das Knäul ein bisschen zerdrückt aus dem Beutel rutscht, ergibt sich eine flüssig- und zugleich feste Masse aus Gewürzmarinade und totem Vogel.

Für eine knappe viertel Stunde habe ich den noch ungegessenen Speisebrei bei etwa 500 Watt in die Mikrowelle geschoben.

Ein bisschen durchrühren und schon ist die kleine Köstlichkeit bereitet 🙂

Ja, es ist gepulltes Chicken, aber es schmeckt mir nicht. Ich würde nicht behaupten, dass es nicht essbar ist. Es ist unschlagbar zart, aber schmeckt leider  nur nach etwas zu salziger Würzmarinade. Mir war auch klar, das darin nichts krosses sein kann und trotzdem fehlt jetzt die geliebte Textur von meinem Pulled Chicken, in der ich auch die angebratene Haut des Hühnchens verwende.

Würde ich es essen, wenn ich damit eine drohende Unterzuckerung verhindern könnte? Definitiv JA

Würde ich es essen, wenn ich eigentlich keinen Hunger habe?  Definitiv NEIN

Das Gericht schmeckt wie gesagt fast nur nach der Würzmarinade, die aber meines Erachtens nicht besonders pfiffig ist – ein Potpourri von unbekannten Geschmacksnoten. Ohne das ich bisher Sheba für „Katzen im Seniorenalter“ probiert hätte, aber ein bisschen so stelle ich mir das vor.

Dann irritiert mich noch die gewaltige Menge an Würzmarinade, die man bestimmt abgießen sollte.

Kurzum: Jeder soll essen was er möchte, aber nach meinem Geschmack ist eher ein selbstgezaubertes Pulled Chicken.  Wer Bock da drauf hat: Hier der Link

In einem selbst gebackenen Bun mit Salat und etwas Currysoße ein Megahit !!

Ob Ihr das übliche: „In diesem Sinne einen guten Appetit“ auf das Fertig-Pulled-Chicken bezieht, oder auf das selbstgemachte, das überlasse ich Euch.

Nachtrag:

Meine Mutter hat mich gelehrt kein Essen wegzuwerfen.

Daher habe ich das Pulled-Chicken mit Wasser abgewaschen, mit Pfeffer, Knoblauch, Curry, Kräutern und Käse gepimpt und in der Pfanne angebraten. Ehrlich: Dann gehts. Es hat sogar krosse Anteile (Denn es gilt die Regel: Kross verzeiht Geschmack)

Das ist aber so, als würde man etwas was nicht schmeckt gegen etwas leckeres austauschen und schon schmeckt es.

Daher bleibe ich dabei. Das nächste mache ich wieder selber.

Maishähnchen vom Drehspieß mit Pommes

Was die „Fidget-Spinner“ für die kleinen sind, ist die Rotisserie für die großen Jungs und Mädels. Ich hoffe allerdings das mein Grillgadget ein bisschen länger in Mode bleibt, als diese fragwürdigen Beruhigungsspielzeuge, die höchstwahrscheinlich nur entstanden sind, weil jemand seine ausrangierten Inline-Skater in der Sonne hat liegen lassen. Naja, darum soll es heute aber auch nicht gehen.

Lasst uns über Grillhähnchen sprechen. Ob auf einer Dose sitzend, oder im Kreis drehend – ein krosses Vögelchen ist schon etwas feines.

Heute gibt es ein Maishähnchen (1,35 Kilogramm) mit Magic-Dust-Rub von Ankerkraut. Ankerkraut brauche ich wohl nicht mehr zu erklären, da mittlerweile jeder die Geschmacksmanufaktur aus der Hansestadt kennen dürfte.

Das Hähnchen wird mit etwas Olivenöl eingerieben, sodass der Trockenrub besser daran haftet.

Die Haut der Brust wird mit den Fingern etwas gelöst und in die entstehende Tasche wird etwas Rub hineingekrümelt und einmassiert.

Das Tier lebt zwar nicht mehr, aber man sollte immer gefühlvoll zu Werke gehen.  Ein respektvoller Umgang mit Lebensmitteln ist ein Teil des Ausdrucks der Liebe zum leckeren Essen.

Ordentlich „paniert“ wird das Flattervieh auf die Rotisserie gefädelt. Die Flügel werden etwas eingedreht, sodass sie nicht all zu sehr im Grill herumbaumeln. Die Keulen binde ich mit etwas Küchengarn zusammen, sodass sie schön eng am Körper sitzen.

Ein Rekommandeur auf dem Rummel – die ich übrigens total cool finde –  würde jetzt wohl sagen: „Komm schon Schätzen, festhalten – und ab geht die wilde Fahrt!! Trööööt, trööööt !!!!“

Für etwa 1 1/2 Stunden bei 180 Grad wird gegrillt. Ich nutze dabei die beiden äußeren Brenner. Erst gegen Ende schalte ich diese aus und schalte den Brenner unter dem Hähnchen ein. Leider hat mein Grill keinen Heckbrenner 🙁 . Es empfiehlt sich das herabgetropfte Fett etwas vom Brenner zu beseitigen, sodass es kein Flammeninferno gibt.

Bei rund 80 Grad Celsius ist die Schönheit verzehrbereit.

Mit ein paar Pommes ist so ein Grillhähnchen eine wirklich feine Sache. Es ist aber genau so erlaubt sich eins beim Hähnchenmann auf dem REWE-Parkplatz zu besorgen – Hauptsache ihr habt Spass 🙂

So, dann esse ich das jetzt mal schön auf.

In diesem Sinne: Guten Appetit !!!

Chicken-Cheese-Balls

Was macht man, wenn man noch etwas von diesem köstlichen „Pulled-Chicken“ im Gefrierschrank hat? Wenn etwas lecker ist, dann ist Eile geboten, ansonsten landet die Leckerei sukzessive auf dem Schulbrot meiner Tochter – wo sie zugegeben auch eine sehr sinnvolle Verwendung erfährt.

Mit meinem letzten Beutel Pulled Chicken mache ich „Chicken-Cheese-Balls“.

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Da die Fleischmasse bereits mit Curry-Soße, Gewürzen und Zwiebeln veredelt wurde, fehlen nur noch wenige einfache Zutaten. Meine übrige Menge an Hühnchen wog ca. 250 Gram. Zusätzlich braucht man bei der Menge:

  • 15 Gramm Mehl
  • ein verquirltes Ei
  • 100 Gramm geriebenen Mozzarella
  • Paniermehl
  • Frittieröl

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Die Zutaten werden alle in einer Schale vermengt. Es ergibt sich eine klebrige Konsistenz, die geradezu einlädt daraus Bällchen zu formen.

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Das ist auch sehr einfach und schnell gemacht. Größenvorgabe: Tischtennisball – würde ich sagen.

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Eine kurze Stippvisite im Paniermehl und die kleinen Racker sind bereit für Ihr heißes Bad.

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Die Badewanne ist auf freundliche 150 Grad angeheizt. Das dürfte genügen. Eine Fritteuse kann das mit der Temperatur von alleine, aber bei der geringen Menge habe ich keine Lust auf so viel Reinigungsaufwand und nehme einen hohen Topf.

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Mmmhhhhh, brutzel, brutzel,….

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Bämmm – fertig. Total saftig (nicht zuletzt, weil da auch Fett drin ist), knusprig, käsig, einfach geil. In meiner Pulled-Chicken-Mischung ist Currysoße die Basis. Wie es mit einer BBQ-Soße schmecken würde weiß ich nicht. Es käme auf einen Versuch an.

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In diesem Sinne: Guten Appetit !!!

frittiertes Hühnchen wie bei „Punkt Punkt Punkt“

Es gibt da dieses Fast-Food-Restaurant, das sich überwiegend der Zubereitung von Geflügel verschrieben hat. Ich bin mir nicht sicher, ob ich den Namen sagen darf, deshalb nennen ich es aus SICHERHEITSGRÜNDEN „Punkt Punkt Punkt“. Die haben diese knusprigen Hähnchenteile, die mit Sicherheit erfunden wurden, um dem Schlankheitswahn Einhalt zu gebieten. Aber lecker sind sie. Und damit man auch satt wird, werden sie bei „Punkt Punkt Punkt“ im Bedarfsball im Eimer verkauft.

Ich stehe ja total auf „geheime Rezepte“. Mann munkelt, dass bei „Punkt Punkt Punkt“ nur wenige Mitarbeiter in die geheime Zusammensetzung der Gewürzmischung eingeweiht sind. Und diese Mitarbeiter dürfen niemals zusammen ein Flugzeug besteigen – krass. Laut zuverlässigen Quellen (YouTube) ist nun aber das Rezept an die Öffentlichkeit gelangt. Ich glaube das allerdings nicht und habe die knusprigen kleinen Scheißer zu Testzwecken nachgekocht.

Man nehme hierfür:

  • Hühnchenteile
  • Fritteröl
  • 4 Eier
  • Milch
  • 2/3 Esslöffel (EL) Salz
  • 1/2 EL Thymian
  • 1/2 EL Basilikum
  • 1/3 Oregano
  • 1 EL Sellerie-Salz (hatte ich vergessen zu kaufen – aber viele sind auch allergisch auf Sellerie)
  • 1 EL schwarzer Pfeffer
  • 1 EL gemahlene Senfkörner
  • 4 EL Paprika
  • 2 EL Knoblauchsalz
  • 1 EL Ingwer-Pulver
  • 3 EL weißer Pfeffer
  • 2 Tassen Mehl

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Die Gewürze und das Mehl werden in eine möglichst große Schüssel gegeben, um beim panieren eine größere Sauerei zu vermeiden.

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Alles wird schön durchmengt, zum Beispiel mit einem Schneebesen.

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Damit der Mehl-Gewürz-Teig am Hühnchen haftet, wird noch Ei und Milch benötigt. Das Ei wird getrennt. Wir brauchen hier nur das Eiweiß.

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Mit einem Schuss Milch wird das Eiweiß verrührt.

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Die Hühnerbeine und Flügel werden in der Milch-Eiweiß-Mixtur rundum nass gemacht. Also eine proteinreiche Mahlzeit ist das mit Sicherheit (Hühnchen, Eiweiß und Milch).

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Im Anschluss wird der Teilvogel schön in dem „nicht-mehr-geheimen-Gewürzmix“ gewälzt.

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Der Trick der dicken Knusperpanade ist ein weiteres Bad in der Eiweißsoße und einer erneuten Schicht Gewürzmehl.

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Auch wenns schon etwas aussieht wie das Endprodukt – nicht naschen !! Salmonellen mögen keine Nascher !!

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Da wir Salmonellen aber auch nicht mögen, wird bei rund 150 Grad Celsius frittiert. Wer eine Fritteuse hat, hat Glück. Wer keine hat, nimmt einen möglichst hohen Topf. Der Vorteil der Fritteuse ist der verbaute Thermostat. Das macht es einfacher die Temperatur bei rund 150 Grad zu halten.

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Nach 15 Minuten sind die Teilchen goldbraun. Man muss wahrscheinlich etwas rumprobieren, denn es ist ein schmaler Grad zwischen durchgegart, aber innen noch saftig bei trotzdem korrekter Knusprigkeit. Daher nur Stücke gleichzeitig frittieren, die auch etwa gleich groß sind. Im Zweifel mal eins rausnehmen und reinschauen.

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Überschüssiges Fett, das nicht auf die Hüften soll, landet in einer dicken Lage Küchenpapier.

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Zu diesem Gericht passen z.B. ein Coleslaw-Salat und Maiskolben.

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Mein Fazit: Ich denke nicht, dass das Rezept von „Punkt Punkt Punkt“ an die Öffentlichkeit geraten ist. Aber mit der o.g. Rezeptur bekommt man auch ein sehr schmackhaftes Ergebnis hin. Es benötigt sicher etwas Übung den genauen Punkt zu treffen, an dem das Fleisch durchgegart, aber noch saftig und die Panade knusprig aber noch nicht zu knusprig ist. Mir hat mein erster Versuch schon sehr gut gefallen.

In diesem Sinne: Guten Appetit !!!

saftiges „Pulled-Chicken-Brot“ mit Käse (Achtung: nur als Beilage geeignet!!!)

Vorweg ein Sicherheitshinweis: Wenn man das Teil – auch zu zweit – komplett auffuttert, kann man die halbe Nacht nicht pennen, da der Durchschnittskörper auf so eine unkontrollierte Brennstoffzufuhr nicht vorbereitet ist. Daher würde ich das Gericht eher als Beilage empfehlen.

Neulich sah ich bei Facebook eine Video, in dem das versaute Backwerk hergestellt wurde. Da musste ich nicht lange überlegen – nachmachen!!

Nur bei der „Buffalo-Soße“, die zu einem Großteil aus Chilli besteht, war mir klar, dass ich das meiner Frau nicht anbieten kann. Daher habe ich mich für eine mildere Soßenvariante entschieden. Dazu aber gleich mehr. Hier die Zutatenliste:

  • Pizza-Kit von „Knack und Back“
  • Eine schale Hähnchenfleisch (vom Dönermann)
  • geriebener Käse (Gouda und Cheddar)
  • Cremefine zum Kochen oder Sahne
  • Butter
  • Frühlingszwiebeln
  • Knoblauch
  • Schmand
  • Majo
  • Salz
  • Pfeffer
  • Currypulver
  • Paprikapulver

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Für die Soße werden eine Zwiebel und eine Knoblauchzehe zerkleinert und in etwas Öl angebraten. Anschließend werden die im „Pizza-Kit“ enthaltene Tomatensoße und ein ordentlicher Schuss Sahne (oder Creme-Fine) hinzugegeben und mit aufgekocht. Abgeschmeckt wird noch mit Salz und Pfeffer.

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Et voilà, haben wir eine schmackhafte Soße. Nach Belieben kann man auch etwas Chillipulver oder Tabasco hinzugeben. Aber da sollte man sich ein bisschen auf die Geschmäcker der auserkorenen Verzehrer einlassen.

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Mit den Lauchzwiebeln und der Soße wird das Hähnchenfleisch schön vermengt.

Warum habe ich nun aber das Fleisch nicht selbst zubereitet, sondern beim „Local-Döner-Dealer“ besorgt? Weil ich es selber auch nicht besser mache als der Dönermann. Es ist total saftig, zart und geschmacklich super.

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Und nicht immer naschen !!!

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Den Pizzateig rollt man – so gut es geht – aus, und schneidet ihn in Rechtecke, die etwa zur Backform passen. An dieser Stelle schon mal ein Tip zur Backform. Das Brot geht ganz schön auf, sodass die Form ausreichend hoch sein sollte. Bei mir ist leider viel im Backofen heruntergetropft.

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Kalorien sind kleine freche Biester, die nachts die Klamotten heimlich enger nähen. Von denen sind hier auf jeden Fall auch welche mit drin. Die Teigstücke werden dünn mit zerlassener Butter bestrichen.

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Dann wird das Hühnchen-Soßen-Frühlingszwiebel-Trio verteilt und mit einem Mix aus Gouda und Cheddar bestreut.

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Die Rechtecke werden nun gestapelt und vertikal in eine Backform gefriemelt.

Ach, da ist ja noch Butter übrig. Also rauf damit.

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Die übrige Soße wird ebenfalls verteilt und sickert in die Teigbombe ein.

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Krosser Käse ist immer eine gute Idee. Daher wird auch noch der restliche Käse verteilt.

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Im Backofen wird das Brot bei 180 Grad etwa 45-60 Minuten gebacken.

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Das Werk darf dann ruhig etwas abkühlen, sodass man mit den Händen gefällige Stücke abrupfen kann, die man dann in eine leckere Knoblauch-Soße tunkt. Das Rezept zur Knoblauchsoße dazu findet Ihr bei den „Süßkartoffel-Pommes“.

Wenn man das Wunderwerk alleine essen könnte – nur mal angenommen – dann braucht man danach bestimmt 4-6 Wochen nichts anderes mehr zu essen, da es enorm krass sättigt. Also mein Tipp: Auf einem abendlichen Buffet, bei dem man mal dies und mal das isst, ein echter Knaller !!

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In diesem Sinne: Guten Appetit !!!

Megaknusprige Hühnchenflügel – wie vom Hähnchenmann

Wie bekommt man eigentlich diese saumäßig knusprigen Hähnchenteile hin, wie  man sie beim Hähnchenwagen bekommt? Die Frage habe ich mir auch gestellt und ein bisschen gegoogelt. Dabei kommt es scheinbar auf das richtige Gewürz an. Ich mache hier keine Werbung, aber mit Hendl-Knuspri bin ich sehr zufrieden.

Ich muss nicht alles selber machen, gerade wenn man es schon in guter Qualität kaufen kann. Ok, wäre das hier ein Gewürzmischwettbewerb, dann sähe das natürlich anders aus, aber laut Hersteller sind nur Kristall-Natursalz, Paprika, Kümmel und Pfeffer enthalten – also keine künstlichen Geschmacksversärker.

Daher: Daumen hoch !!

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Die Flügel werden etwas mit Öl eingerieben, sodass die Gewürzmischung nicht gleich wieder abrieselt. Im Anschluss wird zurückhaltend das Gewürz einmassiert. Nicht zu viel, außer ihr plant einen Pitcher Bier zu den Flügeln auszutrinken 🙂

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Jetzt wird der ganze Spaß auf die Spieße der Rotisserie aufgespießt. Da ich keinen Backburner im Grill habe, nehme ich indirekte Hitze – andernfalls würde das herabtropfende Fett ständig brennen.

Sind die Flügel schon gar, aber noch nicht kross, kann man auch noch etwas direkte Hitze zusätzlich nehmen.

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Mehr ist es nicht…

Guten Appetit !!!

 

Hühnersuppe für kalte Tage

Manchmal sind es die einfachen Sachen, die uns gut tun. In der kalten Jahreszeit – der Zeit der Schnupfnasen – ist die beste Medizin eine ordentliche Hühnersuppe. Die medizinische Wirkung von Hühnersuppe bei Erkältungen ist sogar wissenschaftlich belegt. Sie enthält den Eiweißstoff Cystein und Zink und wirkt durch diese entzündungshemmend, abschwellend und das Immunsystem stabilisierend.

Die Herstellung ist sehr einfach. Man nehme:

  • 1 Suppenhuhn
  • 1 Zwiebel
  • 1 Bund Suppengemüse
  • Muschelnudeln
  • Salz und Pfeffer

Das Suppenhuhn wird in etwas Butter in einem Topf angebraten. Im Anschluss wird die zerkleinerte Zwiebel mit angebraten, bis diese leicht glasig ist. Als nächstes wird das gewürfelte Suppengemüse mit in den Topf gegeben.

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Ist das Gemüse ebenfalls etwas angebraten, wird es mit etwa 2 Liter heißem Wasser übergossen. Jetzt köchelt das ganze auf kleiner Stufe ein paar Stunden vor sich hin.

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Das Huhn nach der Garzeit vom Fleisch befreit. Das Fleisch wird in gefällige Stücke gerupft, bzw. geschnitten und der Suppe wieder zugegeben.

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Die Suppe wird nun noch mit Salz und Pfeffer abgeschmeckt. Nach Bedarf können auch noch ein paar Muschelnudeln hinzugegeben werden.

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Guten Appetit !!!

 

Geflügelfleischwurst aus 100 % Hähnchenfleisch

Nur wer seine Wurst selber macht, weiß was drin ist. In Zeiten, in denen in Geflügelfleischwurst durchaus auch Schweinefleisch zu finden ist, wird es immer interessanter selbst zu „wursten“ – und das ist sogar mit überschaubarem Aufwand möglich.
Das Geflügel kann man bei dem Händler seines Vertrauens besorgen. Hier habe ich Hähnchenoberkeulen, die noch entbeint werden müssen.

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Ist das Fleisch von den Knochen und Knorpeln befreit, wird es in Stücke geschnitten und noch einmal angefrostet, da es zum Wolfen und Cuttern nicht zu warm werden darf.

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Die Gewürzmischung wird abgewogen, über das Fleisch gegeben und mit ihm grob vermengt.

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Jetzt wird das Fleisch im Wolf durch eine kleine Scheibe (z.B. 3 mm) gelassen. Ich nutze einen elektrischen Wolf. Einfache Geräte mit Handkurbel gibt es schon für 20-30 EUR (aber Achtung: hier kurbelt man sich einen Wolf :-))

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Zum Cuttern benötigt man noch Eisschnee. In diesem Rezept sind dies rund 100 Gramm pro 1000 Gramm Fleischmasse. Den Eisschnee stelle ich aus Eiswürfeln in der Küchenmaschine her.

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Das gewolfte Fleisch wird mit dem Eisschnee und dem Kutterhilfsmittel (Brätfibrisol) vermengt. Über diese Zutat könnte man sich streiten. Es ist ein Diphosphat (E450), das zur Stabilisierung der Wurst eingesetzt wird. Will man ganz „natürliche“ Wurst haben, könnte man es auch weglassen – die Schnittfestigkeit leidet dann allerdings ein wenig.

Gekuttert wird in einer Küchenmaschine. Ich habe zwar für größere Mengen einen Tischcutter, es geht aber auch in einer Küchenmaschine mit schnelldrehenden Messern. Wichtig ist, dass pro Durchgang nur kleine Mengen verarbeitet werden, da die Küchenmaschine es sonst nicht schafft. Das Brät kuttere ich bis es schön schlank und fein ist. Die Temperatur von 12  Grad Celsius sollte das Brät allerdings nicht übersteigen, da ansonsten die Eiweißgerinnung einsetzt.

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Parallel werden die Kunstdärme gewässert. Kaufen kann man diese im Internet z.B. bei der Fleischergilde in Ingolstadt.

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Das feine Brät fülle ich mit dem Füllaufsatz des Wolfs in die Därme. Das funktioniert auch ganz gut. Da der größte Feind des „Wursters“ das Abwaschen der Geräte ist, verzichte ich bei kleinen Mengen auf den Einsatz des separaten Wurstfüllers. Der professionelle Wurstfüller fördert das Brät nicht mit einer Schnecke (wie im Wolf), sondern mit einem Stempel, der das Brät in die Därme drückt. Das ist etwas schonender und macht nicht so einen Krach wie der Wolf.

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Die Würste werden nun mit Küchengarn abgebunden und gebrüht. Bei Geflügel nehme ich ca. 80 Grad heißes Wasser. Pro Millimeter Wurstkaliber etwa eine Minute. Diese Würste haben einen Durchmesser von 50 mm. Das bedeutet 50 Minuten. Ich habe sie eine Stunde gebrüht – sicher ist sicher (keiner legt sich gerne mit Salmonellen an).

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Nach dem Brühen werden die Würste in kaltem Wasser gekühlt und anschließend im Kühlschrank gelagert. Wenn sie richtig abgekühlt sind, kann man probieren. Das Schnittbild ist phantastisch.

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Sehr Lecker auf einem schönen Brötchen.

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Rezept (Angaben je Kilogramm Fleischmasse):

1000 Gramm Hähnchenfleisch (Keule)
100 Gramm Eisschnee
18 Gramm Nitrit-Pökelsalz (NPS)
3 Gramm Brätfibrisol
2 Gramm Knoblauch (frisch)
2 Gramm Dextrose (Traubenzucker)
2 Gramm Paprika
2 Gramm Pfeffer
0,5 Gramm Macis (Muskatblüte)
0,3 Gramm Ingwer
0,2 Gramm Kardamom