Fertig-Pulled-Chicken für die Mikrowelle im Test (Fazit: Auf jeden Fall nur selber machen!!!)

Als ich neulich durch einen Verbrauchermarkt schlenderte, fiel mir dieses „Fertig-Pulled-Chicken“ ins Auge. Es war wie „Unfallgucken“ – man kann irgendwie nicht wegsehen, auch wenn man eigentlich möchte.

Ich habe mich entschieden das Paket mal mitzunehmen und zu testen, in der Hoffnung das dabei wider Erwarten doch was leckeres heraus kommt. Um es vorweg zu nehmen: ich empfand es nicht so.

Ich habe mich also entschieden die Verpackung nicht zu zeigen und den Hersteller nicht zu nennen, da ich befürchte ansonsten Post eines mindestens 12-köpfigen Anwälte-Teams zu bekommen.

An dieser Stelle der Hinweis: Das ist ein Test eines einzelnen unbenannten Produktes. Wahrscheinlich schmecken die meisten Produkte dieser Art sehr gut. Dieser Test soll also nicht die gesamte Fertigproduktindustrie an den Pranger stellen. 

So, jetzt aber zu meinem Test:

Das Fertigprodukt ist luftdicht verpackt. Wenn ich so ein Ding als Bewohner der ISS aufreißen würde, dann würde ich sagen: „Oh, Pulled Chicken“. Aber so sieht es schon ein bisschen unappetitlich aus.

Wenn das Knäul ein bisschen zerdrückt aus dem Beutel rutscht, ergibt sich eine flüssig- und zugleich feste Masse aus Gewürzmarinade und totem Vogel.

Für eine knappe viertel Stunde habe ich den noch ungegessenen Speisebrei bei etwa 500 Watt in die Mikrowelle geschoben.

Ein bisschen durchrühren und schon ist die kleine Köstlichkeit bereitet 🙂

Ja, es ist gepulltes Chicken, aber es schmeckt mir nicht. Ich würde nicht behaupten, dass es nicht essbar ist. Es ist unschlagbar zart, aber schmeckt leider  nur nach etwas zu salziger Würzmarinade. Mir war auch klar, das darin nichts krosses sein kann und trotzdem fehlt jetzt die geliebte Textur von meinem Pulled Chicken, in der ich auch die angebratene Haut des Hühnchens verwende.

Würde ich es essen, wenn ich damit eine drohende Unterzuckerung verhindern könnte? Definitiv JA

Würde ich es essen, wenn ich eigentlich keinen Hunger habe?  Definitiv NEIN

Das Gericht schmeckt wie gesagt fast nur nach der Würzmarinade, die aber meines Erachtens nicht besonders pfiffig ist – ein Potpourri von unbekannten Geschmacksnoten. Ohne das ich bisher Sheba für „Katzen im Seniorenalter“ probiert hätte, aber ein bisschen so stelle ich mir das vor.

Dann irritiert mich noch die gewaltige Menge an Würzmarinade, die man bestimmt abgießen sollte.

Kurzum: Jeder soll essen was er möchte, aber nach meinem Geschmack ist eher ein selbstgezaubertes Pulled Chicken.  Wer Bock da drauf hat: Hier der Link

In einem selbst gebackenen Bun mit Salat und etwas Currysoße ein Megahit !!

Ob Ihr das übliche: „In diesem Sinne einen guten Appetit“ auf das Fertig-Pulled-Chicken bezieht, oder auf das selbstgemachte, das überlasse ich Euch.

Nachtrag:

Meine Mutter hat mich gelehrt kein Essen wegzuwerfen.

Daher habe ich das Pulled-Chicken mit Wasser abgewaschen, mit Pfeffer, Knoblauch, Curry, Kräutern und Käse gepimpt und in der Pfanne angebraten. Ehrlich: Dann gehts. Es hat sogar krosse Anteile (Denn es gilt die Regel: Kross verzeiht Geschmack)

Das ist aber so, als würde man etwas was nicht schmeckt gegen etwas leckeres austauschen und schon schmeckt es.

Daher bleibe ich dabei. Das nächste mache ich wieder selber.

Pulled-Chicken-Burger mit Currysoße

Da ich ein Riesenfan von Hähnchendöner mit Currysoße bin, ist der Pulled-Chicken-Burger in jedem Fall auch etwas für mich.

Was beim „Pulled Pork“ gut ist, kann bei einem Hühnchen nicht schlecht sein. Zartes auseinandergerupftes Fleisch, das mit Soße vermengt ein echter Leckerbissen ist.

Bei dieser Variante habe ich mich entschossen keine BBQ-Soße, sondern eine Currysoße zu verwenden. Diese besteht aus:

  • 200 Gramm Creme Fraiche
  • 150 Gramm Majo
  • 150 Gramm cremiger Yoghurt
  • 1 Schuss Milch
  • 1 Knoblauchzehe
  • 3/4 Teelöffel Salz
  • 2 Teelöffel Currypulver
  • 1/2 Teelöffel Paprikapulver
  • etwas Pfeffer
  • 2 Teelöffel Liquid Smoke (optional)

Alle Zutaten werden in einen Mixer gegeben und ordentlich vermischt.

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Am besten zieht die Soße über Nacht im Kühlschrank. Zu Beginn fühlt sich die Soße durch das Currypulver etwas „krümelig“ an. Das ist nach ein paar Stunden allerdings nicht mehr der Fall, da das Currypulver scheinbar noch aufquillt.

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Dann werden die Hähnchenschenkel mit Olivenöl eingerieben und mit einem Trockenrub mariniert. Der Rub heißt zwar „pull that piggy“, aber ist auch hervorragend für Geflügel geeignet.

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Auch diese Kameraden lagere ich über Nacht im Kühlschrank.

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Als weitere Zutaten sind noch ein paar Buns zu backen. Das Rezept findet Ihr hier. Im Original sind die Buns von www.bigmeatlove.de !!

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Die Konsistenz und Fluffigkeit sind hervorragend.

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Da ich die Hähnchen vergleichsweise kurz smoke, spare ich mir den Aufwand mit dem Smoker. Ich smoke auf dem Gasgrill mit ein paar Kirsch-Schnipseln. Der Grill hat eine Temperatur von rund 120 Grad.

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Bei 85 Grad ist das Hähnchen fertig.

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Bevor „gepullt“ wird, befreie ich das Flattervieh von seiner Haut. Nicht aufessen oder wegwerfen, sie wird gleich noch gebraucht.

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Ob mit einer Gabel oder mit den Fingern (+Handschuhen) gerupft wird, ist eigentlich egal.

Aber Achtung: Das Hühnchen ist heiß !!!

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Die Haut wird in gefällige Stücke geschnitten.

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Auch das Fleisch wird noch etwas zerkleinert.

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Nun werden Zwiebeln zusammen mit der Haut in einer Pfanne angebraten, …

…mit etwas Currysoße angereichert,…

…und um das Fleisch ergänzt.

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Dann ist es auch schon Zeit zu servieren.

Zu guter Letzt wird noch ein ordentlicher Klecks Currysoße auf dem Fleisch verteilt. Dann kann man ungebremst schlemmen.

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Fazit: Das Fleisch ist sehr saftig. Durch die Haut und die Zwiebeln hat man jede Menge Röstaromen. Leckere Buns, leckere Soße. Wahnsinn.

Was übrig bleibt, kann man bedenkenlos einfrieren. Selbst auf einem Schulbrötchen kann man Pulled Chicken kalt essen.

Eine weitere Stufe des „Upcycling“ sind „Chicken-Cheese-Balls“. Aber die zeige ich Euch erst in meinem nächsten Beitrag 🙂

In diesem Sinne: Guten Appetiet