Was macht eigentlich die Grillküche Pattensen?

Es ist ein wenig still um die Grillküche Pattensen geworden! Corona? Was ist denn da los?

Die Antwort auf diese Frage ist etwas kompliziert. Wenn man gefühlt alle Bratwürstchen schon einmal gewendet, geknipst und ins Netz gestellt hat, verlangt es nach einer schöpferischen Pause. In dieser Pause hat sich irgendein Würstchen einfallen lassen, dass in den Sozialen Medien erwähnter Konsumkrempel als „Werbung“ deklariert werden muss. Nun bekomme ich für den Kram den ich hier schreibe von Niemandem weder eine finanzielle Zuwendung, noch irgendwelche Grill-Gadgets zum testen. Trotzdem muss ich vorsorglich Artikel als Werbung kennzeichnen – das nervt schonmal ein bisschen.

Dann bekomme ich neben unzähligen Kommentaren von irgendwelchen BOT-Computern in kyrillischer Schrift und anderen offenbaren Spamkommentaren auch noch eher unangebrachte Kommentare, wie sie jeder „Influenzer“ ertragen muss – zu denen ich mich allerdings nicht zähle.

Nun aber der Hauptgrund weshalb es etwas ruhiger geworden ist: Ich musste die Grillküche Pattensen „aufgeben“, da mir das Leben ziemlich derbe vor den Koffer geschissen hat und ich in diesem Zuge den Wohnort wechseln musste (Konfuzius sagt an der Stelle glaube ich: „Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, Weitergehen!!!“).

Als ich 2015 die Tonnen von Steinen, Mörtel, Putz, Farbe, Fliesen und Holz mit meinen Händen zu der geilen Außenküche geformt habe, rechnete ich natürlich nicht damit, dass ich fünf Jahre später das Haus verlasse und die Küche einsam und alleine ihrem Schicksal überlassen muss. In meinen treuen Gebrauchtwagen mit feudalem Gepäckabteil passt sie nämlich leider nur nach einer kräftezehrenden Kaltverformung mit meinem 5-Kilo-Hammer, die ich dem Bauwerk allerdings erspare.

Also was macht man nun mit seiner Outdoorküche, wenn man umzieht? Genau – man baut einfach eine neue Küche, nur größer!! Dieses Projekt habe ich mir aber erst für 2021 vorgenommen.

Da ich bis dahin nicht nur von Salat leben kann, habe ich mir einen Monolith Classic, also einen Keramikgrill gekauft (Achtung: unbezahlte Werbung). Mit diesem glänzenden Schelm werde ich ein bisschen rumprobieren, die Zeit überbrücken und meinen Liebsten leckeres Naschzeug zubereiten.

Ich merke, dass ich bezüglich des Grillthemas richtig „ausgehungert“ bin und mir beinahe einer abgeht, wenn ich sehe wie die Pizza bei 350 Grad in dem Kamado blubbert und schreit: Iss mich – ich bin lecker!!!, und ich dabei mit einem John-Wayne-Blick in die imaginäre „Vlog-Kamera meines Lebens“ schaue und mir insgeheim denke: „Pieper, du hast es immer noch ganz schön drauf !!! Es ist wohl wie Fahrradfahren – verlernst Du nicht.

So, ich bin also noch da und werde gelegentlich mal wieder ein paar schöne Fotos und leckere Rezepte posten.

In diesem Sinne: Guten Appetit!

Und hier noch ein paar Bilder des neuen Grillsportgerätes, das erstmal nur einen provisorischen Tisch bekommen hat, und spätestens nächstes Jahr in der unverschämt großen Aussenküche wohl in einem Atemzug mit dem Turmbau zu Babel, dem Koloss von Rhodos oder den Pyramiden von Gizeh genannt werden dürfte.

ALDI-Rippchen mit Orangina gepimpt (Werbung)

Vorweg: Ich hab wenig Ahnung von „Werbekennzeichnungen“ in Blog-Beiträgen, kann aber sagen, dass ich die Zutaten selbst gekauft habe, nicht von irgendwem zur Durchführung der Zubereitung der Rippchen beauftragt wurde, noch eine Zuwendung von Irgendwem erhalten habe oder erhalten werde. Trotzdem kennzeichne ich diesen Artikel vorsorglich als „Werbung“ (#betterneverguantanamo)

Jetzt aber zum eigentlichen Thema. Rippchen sind schon irgendwie meine Leidenschaft. Es gibt eine Fantastillion Methoden diese schmackhaft zuzubereiten. Klar benötigt man für die klassische Variante einen Smoker, den aber nicht jeder Durchschnittsgriller im Schuppen rumstehen hat. Es ist zwar nicht direkt im Grundgesetz verankert, dass jeder Mensch ein Recht auf leckere Rippchen hat, aber ich denke das steht da zwischen den Zeilen schon irgendwie drin. Und da schließt sich der Kreis. Jeder hat einen Backofen !!! Und damit lassen sich überaus hervorragende Ergebnisse erzielen!!

Benötigt wird für das zarte Erlebnis ein Satz Rippchen, etwas Alufolie, eine x-beliebige BBQ-Soße und eine Flasche Orangina. Ich will nicht verhehlen, dass es auch mit anderen Flüssigkeiten wie Apfelsaft geht, aber Orangina mag ich auch so sehr gerne 🙂

Vorab wird das Rippchen aus der Packung gefriemelt und von seiner Silberhaut befreit. Hierfür bohrt man mit einem Löffel oder den Fingern ein wenig zwischen Silberhaut und Rippe, bis sich eine „Tasche“ bildet, in die man hineingreifen kann.

Mit einem Küchenpapier (für den besseren Halt) wird dann die Tierfolie abgezogen – wie ein großes Stück Tapete. Im Internet gibt es bestimmt Videos mit dem Titel „Most Satisfying…“, wo jemand minutenlang Silberhaut an einem Stück entfernt, aber das ist ein anderes Thema.

Hat man die Haut und eventuell überschüssiges Fett entfernt, wird die Rippe mit den Knochen nach oben auf eine gute Alufolie gelegt. Warum mit den scharfen Knochen nach oben und warum eine gute Alufolie? Bei Knochen nach „unten“ und einer Billigfolie pieken die Knochen Löcher in die Folie und die Flüssigkeit tropft heraus. Das Ergebnis ist dann maximal ein Brikett aber kein Gaumenschmaus.

Das Schiffchen wird mit einem odentlichen Schuss (vielleicht so 100-150 ml) befüllt und dann möglichst luftdicht verschlossen. Ich habe mir da eine Taktik aus umknicken und zudrücken entwickelt. Ihr schafft das schon!!

Das Päckchen wird dann vorsichtig auf ein Blech oder Rost gelegt und bei ca. 180 Grad Celsius für knapp zwei Stunden gebacken.

In den Päckchen bildet sich magischer „Orangina-Dampf“ der das Fleisch zartdampfgart. Was genau im Fleisch passiert (Zerfall von Kollagenen) ist ja im Prinzip wurscht, es wird halt lecker!!

Nach der Garzeit werden die Kollegen wieder aus ihrem glitzernden Gewand befreit.

Zugegeben, die Rippchen sehen erst einmal relativ hässlich aus, aber sie haben es bereits jetzt in sich.

Es folgt noch eine geschmackvolle Deko mit BBQ-Soße. Dafür schalte ich den Oberhitzegrill ein. Aber Achtung nicht auf höchster Stufe, da die Soße sonst verbrennen kann. Sie soll etwas blubbern und karamelisieren.

Das ganze mache ich in 2-3 Durchgängen bis sich eine  herrlich klebrige Schicht ergibt, die es aber geschmacklich voll drauf hat:-)

Übrigens, wenn bei Rippchen die Knochen so einen cm aus der Seite rausluken, dann bedeutet das, dass der Tag ein gelungener sein wird :-).

Jetzt muss der Snack am Stiel nur noch in gefällige Stücke geschnitten werden.

Fazit: verdammt zart und schmackhaft. Löst sich vom Knochen durch bloßes daran Denken. Einfach geil !!!

In diesem Sinne: Guten Appetiet !!!

 

Fleischeslust im „KUHnstWERK“ in Hannover

Was macht man, wenn man sich mit ein paar sehr guten Kumpels in der Stadt trifft? Richtig, man peitscht sich einen Burger und eine Rutsche Bier rein.
Wo? im „KUHnstWERK“ in Hannover (Hier der Link: https://www.kuhnstwerk.com). Für mich war es der erste Besuch im Kuhnstwerk, aber ich bereue, dass ich den Burger-Laden nicht schon früher ausprobiert habe.

Die Location ist top und es ist rappelvoll. Wir mussten daher einen Moment warten, bis unser Tisch frei wurde (ein volles Restaurant ist kein schlechtes Zeichen). Die Zeit haben wir elegant mit einer Gerstenkaltschale überbrückt. Eins kann ich vorweg nehmen: Es hat sich gelohnt.

Da ich zum Mittag bereits eine Lasagne hatte, war ich fest davon überzeugt nur eine Kleinigkeit zu essen. Als einer der Jungs das gefühlte Flagschiff des Ladens, die „Fleischeslust“, Zwiebelringe und einen mächtigen „Shake“ betsellte, habe ich blitzschnell meine guten Vorsätze über Bord geworfen und ebenfalls eine „Fleischeslust“ eingeloggt:
Brioche-Bun, 3×150 g Beef Patty, 3 x Gouda, 3 x Bacon, selbstgemachte Röstzwiebeln, Spreewaldgurkenrelish, frische Tomaten, BBQ-Sauce und Kuhnstwerk Burgersoße für 16,50 EUR. Geil !!

Leute, das Teil ist ein echter Endgegner. Hat man Ihn bezwungen, dann lässt man erschöpft, aber glücklich den Controller, äh, das Besteck fallen. „Diesen Tag biste aber auf elegante Weise dem Hungertod entkommen“, dachte ich mir insgeheim.

Wie isst man diese fleischgewordene Herausforderung? Tim hat es mit den Händen versucht – Respekt.

Ich – als alter Dönerfan –  habe versucht Scheiben davon herunterschneiden, bis die Schwerkraft zum Einsturz des Geschmacksstapels führte. Macht nix, Messer und Gabel helfen dabei den Teller zu leeren.

Mein Fazit zu dem Burger: Riesiges Teil, aber sehr lecker. Genau mein Ding. Hilft nicht beim Schlankwerden aber beim „Glücklichsein“.

Auch die Zwiebelringe waren Top. Den Shake habe ich nicht probiert, aber die auf den umliegenden Tischen sahen hervorragend aus.

Der Service stimmte, und der Chef – Sebastian – hatte zu jeder Zeit alles im Blick.

Daher: alle Daumen hoch für die gepflegteste Fressnarkose seit langem.

In diesem Sinne: Guten Appetit

 

Spezial: Wie Du aus einer Schraube ein Messer schmiedest

Wenn mich Leute – die mich eine Weile nicht gesehen haben – ansprechen, dann kommt häufig: „Na, Du hier und nicht am Grill?“

Erstaunlicherweise verbringe ich die wenigste Zeit meines Lebens am Grill. Ich habe viele Interessen – eine davon ist Fleisch elegant zu erwärmen. Letzlich ist das auch „nur“ ein Handwerk,  und da sind wir auch schon beim Thema. Handwerkliches Schaffen ist meine große Leidenschaft (die ab und an auch Leiden schafft).

Mir war mal nach was neuem, was nicht heißt, dass ich den Grill abbaue 🙂

Mein neues „Projekt“ hat im entfernten auch mit „Food“ zu tun. Ich habe ein „Bowie-Messer“ geschmiedet, und zwar eins, das nur so groß ist wie ein durchschnittlicher Zeigefinger, kein Wurstfinger, kein Kinderfinger, sondern ein „normaler“.

Warum ich das mache? Erstens: Warum nicht? Zweitens: Weil ich bisher noch nie an meine handwerkliche Talentgrenze gestoßen bin, ich aber neugierig bin wo diese Grenze ist.

So, aber wie geht das jetzt? Ich habe mir eine Gewindestange M14 aus Edelstahl und ein paar billige Baumarktfeilen besorgt.

Da man das Gewinde nach dem Schmieden bestimmt als Streifen im Stahl sehen kann, habe ich mich entschieden es einfach „wegzuflexen“. Die Flex (politisch korrekt: der Winkelschleifer) kommt übrigens bei diesem Projekt – neben jeder Menge unterschiedlicher anderer Schleifgeräte –  sehr häufig zum Einsatz. Wer schleifen und feilen nicht mag, sollte das hier in gar keinem Fall und unter keinen Umständen nachmachen.

So, fast glatt wie ein Baby-Popo.

Da der Kamin im Haus – warum auch immer – keine Mehrheit im „Rat“ bekommen hat, musste ich im Outdoor-Oven schmieden.

Der Stahl lässt sich wie erwartet bis zu einer gelb-rot-glühenden Farbe erhitzen.

Zu lange warten sollte man allerdings nicht, da er sich ziemlich schnell wieder abkühlt. Also muss man mit wirklich beherzten Schlägen das Eisen breithauen.

Das Ergebnis ist eine plattgehauene Gewindestange.

Zur weiteren Verarbeitung nehme ich die Schruppscheibe und glätte das zukünftige Schneidwerkzeug.

Aus dem Internet ausgedruckt und ausgeschnitten wird die Form des Messers…

…mit einem Permanentmarker auf den Stahl gezeichnet. Grob reicht hier aus.

Mit der Flex wird der Rohling aus dem Stahl geschnitten.

So, fast fertig 🙂

Die Brandspuren auf meiner Werkbank sind entstanden, weil das Metall beim Schleifen ziemlich warm wird.

Ich habe in dem ganzen Projekt mehrere Methoden des Schleifens ausprobiert. Auch der Bandschleifer, den ich mir mal für meine Schneidebretter gekauft habe, kam zum Einsatz.

Jetzt wurde die Tätigkeit in die häusliche Werkstatt meiner Frau verlegt. Feilen, schleifen, feilen….

Die Griffstücke werden später mit Büffelhorneinlagen versehen. Dafür schneide ich schon entsprechende Schnitte in den Griff.

Dann wird wieder gefeilt, was auch sonst. Zwischendurch muss man in jedem Fall was anderes machen, da man sonst durchdreht.

Na, sieht schon aus wie ein Messer, aber der Weg ist noch sehr lang!!

Ich will mit dem Teil nicht in den harten Einsatz, aber das Härten gehört zum Messermachen halt dazu. Daher wird mit der Lötlampe die Schneide auf Temperatur gebracht….

…und dann in 0W30 Motoröl abgekühlt. Öl kühlt den Stahl schnell aber wesentlich gleichmäßiger als Wasser.

Wie man sieht, habe ich das in der Küche gemacht. Aber der Geruch ist nichts gegen den, der beim Schleifen von Büffelhorn entsteht.

Jetzt ist es erstmal wieder hässlich, aber manchmal muss man eben Anlauf nehmen um das nächste Level zu erreichen. Im Backofen habe ich das Messer noch eine Stunde zum entspannen „gebacken“. Davon gibt es aber kein Foto.

Ach ja, da war ja noch war. Griffe runterfeilen (kotz).

Endlich, die Griffe sind heruntergefeilt und der Paketbote hat das Stück Büffelhorn von ebay vorbeigebracht.

Ich säge kleine Stücke aus, …

…die dann am Bandschleifer noch an die Griffe angpasst werden.

Am besten ist es, wenn sie schön passgenau sind.

Mit 2K-Epoxydharzkleber wird geklebt.

Im Schraubstock wird mit leichtem Druck das Kunstwerk fixiert. Nicht zu fest ziehen !!

Bandschleifer, Feile, Schleifpapier, Politur und dann war es das auch schon.

Ein winzig kleines Messerchen ist entstanden.

Ich werde noch eine kleine Messerscheide aus Leder nähen, aber das kommt später…

Falls Ihr Bock habt, viel Spaß beim nachmachen.

LG Ingo

Halloween-Special „Fisch-Vogel-Schwein-Wurst“ – Achtung: schmeckt scheiße !!

Eigentlich wollte ich das garnicht veröffentlichen, aber hey, heute ist Halloween!!

Klappen alle meine Gerichte? Nein, aber eine eigene Kategorie „Fail“ wollte ich bisher noch nicht mit in den Blog aufnehmen (Wird hiermit nachgeholt).

Die Idee war so wunderbar: Mit dem Kescher durch die „Fauna“ und alles in die Wurst, was nicht bei drei auf den Bäumen ist. Luft, Erde, Wasser und dann auf dem Feuer geröstet – ein Gericht, das die Elemente vereint.

Aber, schmeckt halt scheiße. Da ich nach dem probieren das Projekt abgebrochen habe, gibt es noch nicht mal ein Tellerfoto. Ich werde jetzt auch nicht wahnsinnig ausholen um Euch zu beschreiben wie man diese Wurst anfertigt, aber zwei Sätze zur Idee:

Schweinehack, Geflügelhack und eine Einlage aus Lachs. Das ganze gewürzt, und ab in die Wurst. Da die Bilder für sich sprechen, verzichte ich auf weitere Beschreibungen 🙂

Fazit: nicht nachmachen und grundsätzlich damit leben lernen, das auch mal was in die Hose geht.

Hinfallen, aufstehen, Krönchen richten, weitergehen !!!

In diesem Sinne: Ein fröhliches Halloween !!

Sous-Vide-Test im „Beef Maker“ von Aldi (Meateor Helios)

Mit der Begründung „Haben ist besser als Brauchen“ habe ich mir unlängst den Beef-Maker beim Aldi gekauft und natürlich auch bereits eingeweiht (siehe hier).

Da ich sehr gerne Rindfleich esse, das vorher sous-vide gegart wurde, bin ich natürlich meganeugierig, ob die Maschine meine Baumarktlötlampe ersetzen kann. Da die heißen Keramikstrahler eine tolle Strahlungshitze abgeben, bin ich sehr zuversichtlich.

Im Gefriefach hatte ich noch etwas von dem schönen Roastbeef übrig. Bei den vielen hippen Cuts, die es inzwischen gibt, ist das Rumpsteak schon fast aus der Mode geraten, aber für mich geht es total in Ordnung. Und da es auch von meiner Frau mit Leidenschaft verputzt wird, ist das auch irgendwie gut für mich. Denn es gilt die alte Bauernregel: „Happy Wife – Lucky Life!“

Da das Fleisch bereits einvakuumiert war, habe ich den gefrorenen Klotz einfach direkt aus dem Froster ins Wasserbad gleiten lassen. Das Auftauen kann man sich also sparen. Wie „Sous-Vide“ im Einzelnen geht, könnt Ihr Euch hier noch einmal ansehen.

Nach ca. zwei Stunden bei 55 Grad ist das Kerlchen bereit für das nächste Level, den 800-Grad Oberhitzegrill. Vorher muss das Fleisch aber noch aus der Folie befreit werden – schmeckt sonst nicht 🙂

Leider muss man festhalten, das sous-vide gegartes Fleisch megahässlich ist.

Ist ein bisschen wie bei Menschen – es zählen die inneren Werte. Was bin ich glücklich, dass man einen Menschen nicht aufschneiden muss um etwas über seine inneren Werte zu erfahren. Der Anschnitt des Roastbeefs sieht aber schon einmal vielversprechend aus.

Mittig platziert geht es für ca. 90 Sekunden pro Seite unter die Höhensonne. Zeit ist übrigens relativ. 90 Sekunden können sich zum Beispiel wie eine Ewigkeit anfühlen, wenn ein Panzer auf Deinem großen Zeh parkt, aber das ist eine andere Geschichte.

Mit einer herrlichen Kruste kann das Stück direkt serviert werden. Ruhen lassen empfehle ich hier nicht, da das Steak sehr schonend gegart wurde und sich dadurch die Säfte nicht wieder im Fleisch verteilen müssen.

Ich habe vor ein paar Absätzen von einem schönen Roastbeef gesprochen: JETZT ist es schön.

Fazit: Sous-Vide geht auch !!!

In diesem Sinne: Einen guten Appetiet !!!

Der „Beef-Maker“ von Aldi für 149 Euro im Test (Baugleich mit dem Meateor Helios)

Viele Leute haben mich angesprochen, dass es bei Aldi einen unschlagbar günstigen „Billig-Beefer“ gibt (Besser gesagt: Ab dem 30.08.2018, 08:00 Uhr für rund 30 Sekunden gab).

Spätestens die 149 EUR haben endgültig meinen Kaufreiz geweckt. Daher entschied ich mich eine viertel Stunde vor Öffnung des Discounters breitschultrig die Tür zu versperren, um auf jeden Fall eine dieser Zauberschachteln zu erhaschen. Ich taxierte die vor dem Laden Wartenden und teilte diese in die ungefährlichen Gruppen „Schüler“ und „Muttis“ und in die gegnerische Gruppe „Grillkäufer“ ein. Erstaunlicherweise ist es den um die 40jährigen Männern geradezu auf die Stirn geschrieben: „Ich bin nicht wegen Kinderklamotten oder Scheiblettenkäse hier!!“

Ich bildete eine unsichtbare Allianz mit einem anderen Schnäppchenjäger, mit dem ich während des Wartens über Oberhitzegrills ins Plaudern geriet.

Die Tür ging auf und in Ermangelung an Startblöcken sprinteten wir im fliegenden Start los. Zurufe wie: „Du rechts, ich links“ und „Du einen, ich einen“ führten schließlich zum Erfolg – leider nur für zwei Grillfreunde in dieser Filiale.

Das Gerät wird – für alle die keinen beim Albrecht-Diskount bekommen haben – ab dem 24.09.2018 auch über den Hersteller vertrieben. Daher gilt dieser Test gleichermaßen für den „Meateor Helios“.

Nachdem ich die glänzende Rinderheizung aus der Pappschachtel gepult habe (Das Teil ist wirklich sehr gut verpackt), hatte ich einen ersten Eindruck: Ein wertiger Grill. Bezogen auf den Preis kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen, dass der marktführende „Beefer“ 5-6 mal besser sein soll. Daher verzichte ich hier auf Vergleiche, sondern konzentriere mich alleine auf den „Beef-Maker“. Ich finde, dass sich der Bolide optisch recht gut in meine kleine Grillküche einfügt.

Wörtlich genommen handelt es sich beim „Beef-Maker“ zwar um einen „Rindermacher“, aber ich werde nicht zu sehr enttäuscht sein, wenn nach dem Einschalten keine muhende Herde Mini-Rinder über die Arbeitsplatte meiner Grillküche davongaloppiert.

Spaß beiseite. Ich teste den Apparat mit einem Stück Roastbeef, das ich zum fertiggaren in meinen Gasgrill legen werde. Das Fleisch hat eine schöne Menge intramuskuläres Fett, sodass es schön saftig werden dürfte.

Ich bin auch schon sehr gespannt wie das Temperaturwunder mit einem sous-vide gegarten Stück Fleisch umgehen wird, aber das teste ich separat.

Das Einschalten des Beef-Maker ist denkbar einfach. Der Knopf wird zum Zünden ein wenig gedreht und es lodert ein kleines Flämmchen auf.

Dreht man weiter, springt das Flämmchen auf die Brenner über. Wirklich gut durchdacht.

Ob der Zündmechanismus ewig halten wird weiß ich natürlich noch nicht, aber ALDI hat neben einem extra Pizzastein auch noch sagenhafte drei Jahre Herstellergarantie mit in den Karton gesteckt – Chapeau!!

Nach wenigen Minuten glühen die Strahler. Da mein Thermometer ab 500 Grad aussteigt, liegt die Vermutung nahe, dass die Temperatur am Brenner tatsächlich etwa bei 800 Grad liegen dürfte.

Das Steak wird mittig aufgelegt und per Schublade in die heiße Hölle geschoben.

Einen Toastbrot-Test habe ich mir übrigens gespart, da ich zum einen schon welche bei den „Sizzle-Brothers“ und Co. gesehen habe und zum anderen war es mir klar, dass die Hitze unter dem Strahler größer sein muss als daneben. Wenn ich Dusche, bin ich ja auch nicht überrascht, wenn ich nur unterhalb des Duschkopfes richtig nass werde.

Etwa eineinhalb Minuten pro Seite genügen um unterhalb der Brenner eine stattliche Kruste enstehen zu lassen. Wichtig ist, dass Ihr das Fleisch wirklich dicht unter dem Brenner platziert, da die Hitze eines solchen Grills mit dem Abstand zum Strahler stark abnimmt. Ich nehme an, dass dies damit zu tun hat, dass warme Luft das Bestreben hat nach oben zu steigen. Da der Grill nur drei Höheneinstellungen kennt, muss man da etwas mit der Dicke des Fleisches probieren bis es passt.

Sieht doch traumhaft aus (aber den Fettrand werde ich beim nächsten Mal entfernen).

Im Gasgrill gare ich das Roastbeef bis zu einer Kerntemperatur von etwa 56 Grad Celsius, sodass es innen schön medium ist. Zum Prüfen der Kerntemperatur nehme ich mein Grilleye-Thermometer.

Ich muss sagen, dass es so ist wie vermutet. Eine dank Maillard-Reaktion wunderbar ausgebildete Kruste aus Röstaromen rahmt ein phantastisch rosafarbenes Stück Rind ein – so soll es sein.

Fazit: Ich würde mir das Gerät immer wieder kaufen. Da ich aber nicht weiß, ob der Beef-Maker bei ALDI noch einmal angeboten wird, spreche ich auch eine klare Kaufempfehlung für den Helios vom Hersteller Meateor für 199 EUR aus (hier der Link: https://www.meateor.de).

Ich werde weiter testen und Euch auf dem Laufenden halten.

In diesem Sinne: Einen guten Appetiet !!

 

 

 

„Die im Süden essen Stäbchen und wir essen Lachs“

Während LAX die Abkürzung eines Flughafens in den Vereinigten Staaten von Amerika ist, ist der phonetische Wortzwilling Lachs eine echt bodenständige und leckere Geschichte – insbesondere wenn man ihn „pur“ genießt.

Der Ort der Zubereitung ist meine Grillplatte. Die ist schön heiß, es darf auch mal spritzen und „am Grill hantieren“ ist grundsätzlich schon mal ne feine Sache.   Alles was sich auf der Gussplatte befindet ist ein ordentlicher Spritzer Olivenöl.

Das Schwimmtier wird sanft auf das heiße Eisen gebettet, was der Fisch scheinbar dankend mit einem ausgelassenen Zischen und Brutzeln quittiert.

Wenn so langsam etwas Eiweiß aus dem Meerestier austritt ist es Zeit es zu wenden.

So bekommt die der Haut abgewandte Seite auch noch ein bisschen Farbe.

Noch einmal umdrehen und Fischi ist bereit für den Teller.

Nach Belieben etwas Pfeffer und Salz, ein Spritzer Zitrone nach Bedarf und das war es.

Der Lachs ist noch lecker glasig im inneren und schmeckt hervorragend. Ganz abgesehen davon sind Fische auch recht gesund (Omega und Co.).

Zugegeben, das Foto haut mich jetzt auch nicht aus den Latschen, aber es war echt lecker.

In diesem Sinne: Einen guten Appetit !!!

Wenn das Fleisch 5x so teuer ist wie der Grill – Entrecote meets REWE Einweggrill

Als ich neulich beim „Hurricane-Festival“ mit ansehen musste, wie ein junges Mädel in „Mordor“ –  dem Ort wo die Menschen auf dem Boden schlafen – auf einem „Einweg-Picknickgrill“ ein Stück marinierte Hänchenbrust in ein unansehnliches Konglomerat aus antibiotikareichem Fleisch und Kohle verhext hat, hätte ich lieber in den Grill gebissen als in das „Gargut“.

Aber dieses Erlebnis hat mich in meiner letargischen Bierlaune dazu beflügelt es selber einmal auszuprobieren. Aber nicht mit Katzenfutter, sondern einem irischen dryaged Entrecote.

Man nehme also einen solchen Einweggrill aus dem Eingangsbereich eines handelsüblichen REWE und befreie ihn – wie ein „Werther´s-Echte-Bonbon“ von seiner glitzernden Plastikhülle.

Den Grill könnte wahrscheinlich sogar ein dressierter Affe „aufbauen“, aber zur Sicherheit werfe ich einen Blick in die üppige Anleitung.

Mit einem Streichholz wird nun das paraffingetränkte Papier entzündet,…

…das umgehend gleichmäßig abfackelt.

Dann muss man etwa 20 Minuten warten bis das Glutmonster seinen angedachten Zweck erfüllt und das billige Streckmetall auf eine ansehnliche Temperatur hat ansteigen lassen (Hitze wird das Metall aber wohl kaum speichern, es verhindert nur, dass das Fleisch direkt in die Kohlen plumpst).

Nun ist es Zeit das ausgezeichnete Stück irischen Rindes, das selbstverständlich rechtzeitig aus dem Kühlschrank genommen wurde, auf die okologisch eigentlich eher unverantworliche Fleischheizung zu betten (in Mordor hat überigens so ziemlich alles immer Zimmertemperatur).

Es gilt auch hier die Regel: Ein dickes Stück kann man weniger gut versauen als ein dünnes !!

Das dreidaumendicke Scheibchen des Wiederkäuers wird so scharf es der Picknickgrill nur vermag angegrillt, sodass auf beiden Seiten ausreichend Röstaromen entstehen.

Ich bin überrascht, dass das Teil richtig Hitze entwickelt. Chapeau!!

Da wir ja wissen, dass diese Grills trotzdem nur einen infinitesimal kleines Einsatzspektrum haben, gilt es jetzt etwas zu trixen, um aus der heißen Kohlenschale einen Oberhitzegrill zu machen.

Man nehme irgendeine temperaturbeständige Schale oder Auflaufform und lege das Steak da rein. Darauf wird – quasi als Deckel – der Grill gestellt. Da der Grill die Temperatur natürlich auch nach unten abgibt, ergibt sich ein Versuchsaufbau, der dem eines Backofens entfernt gleicht.

Zur Sicherheit überwache ich mit meinem Grilleye-Thermometer sowohl die Kerntemperatur des Fleisches als auch die Temperatur des „Garraums“.

Da die Hitze ja nur von oben kommt, drehe ich den Boliden zwischendurch einmal um.

Sobald das Steak eine Kerntemperatur von ca. 56 Grad hat, lege ich es an die Seite zum Ruhen.

Praktisch ist, dass man während des Garens die gesamte Grillfläche wieder zur Verfügung hat. Ein bisschen gegrilltes Gemüse kann also parallel zubereitet werden. Das habe ich mir hier allerdings gespart 🙂

Das Steak war ziemlich auf den Punkt. Den kleinen grauen Rand verzeihe ich mal dem 2,99-Grill.

Was kann man also aus so einer Aktion lernen? Ein Steak braucht Röstaromen durch starke Hitze und eine Garzeit mit geringer indirekter Hitze. Wie man das erreicht ist im Prizip total egal. Ob im Geschirrspüler, auf einem Spaten oder eben auf einem Picknickgrill – scheißegal.

In diesem Sinne: Einen guten Appetiet!!!

PS: Ich möchte ausdrücklich drauf hinweisen, dass jede Form des Zeltens, Ravioli, Dosenbier und auch Picknick-Grills und Dreibeine zum Hurricane gehören wie die Musik und runde Füße vom rumlaufen. Dies ist nur eine Methode wie man so einen Grill auch benutzen kann 🙂

 

 

 

„Hurricane-Festival-Burger“ (Angus-Beef im Brioche-Bun mit Cheddar, BBQ-Soße, Bacon, Zwiebeln, Salat und Hollandaise)

Das Hurricane – „Musik und Matsch“. Aber dieses Mal nicht, da es erstaunlicherweise kaum geregnet hat. Was aber als Konstante neben Musik, coolen Leuten und „ein paar“ Bierchen geblieben ist, ist leckerers Essen.

Ich bitte es mir nachzusehen, dass ich nicht noch meinen Fleischwolf mitgeschleppt habe, sondern an der einen oder anderen Stelle auf fertige Produkte zurückgegriffen habe.

Mitgenommen habe ich:

Den Bacon habe ich in einer Pfanne angekrosst…

…und anschließend im ausgelassenen Schweinefett die Zwiebeln glasig gebraten.

Vom mitgebrachten Salatkopf (wahrscheinlich der einzige auf dem Gelände) schneidet man ein paar dünne Scheiben herunter, sodass sich recht feine Salatstreifen ergeben. Man kann seinen Salat auch im ganzen Blatt verwenden, das ist prinzipiell egal.

Auf der coolen gasbetriebenen Grillplatte, die direkt außen am WOMO angeschlossen wird, lassen sich ausgezeichnet Burger grillen. Für Würstchen ist sie leider nur mäßig geeignet, aber Fleisch geht super!!

Nachdem in beide Seiten ein Muster eingebrannt wurde, wird der Cheddar aufgelegt und die Brötchenunterseite angeknuspert.

Die fertige BBQ-Soße wird zuunterst auf den Bun verteilt – am besten mit einem Löffel.

Dann werden der Salat, das Pattie, Zwiebeln und Bacon in „ausreichender“ Menge gestapelt. Hier muss man etwas zwischen Baconhunger und Handhabbarkeit der Geschmacksbombe abwägen.

Zum Schluss gibt es noch einen ordentlichen Klecks Hollandaise. Hier würde auch ausgezeichnet eine scharfe Sambal-Hollandaise passen, aber wer schon mal auf einem Festival war, der weis, dass große Mengen Chilli ne echte „Scheißidee“ sind.

Dann noch den Deckel drauf und gut ist.

Mein Fazit: Voll Geil!! Mit ähnlichen Zutaten hatte ich schon einmal eine BBQ-Pizza gemacht. Da mir die so gut gefallen hat, dachte ich mir: Den Geschmack kann man sicherlich auch zwischen zwei Burgerbunhälften pressen. Total saftig, und lecker – so wie es sein soll 🙂

In diesem Sinne: Einen guten Appetiet !!!

(Auch noch einmal einen lieben Dank an meinen Papa, der mich an seinem Geburtstag zum Hurricane hat fahren lassen (nächstes Jahr endet es „Gott sei Dank“ schon am 23.06.))

PS: hier noch ein paar Eindrücke aus Scheeßel !