Burger nach „Big Rösti“ – Art

Vorweg: Ich esse gerne bei Mc Donalds. Nur weil die Anzahl bemerkenswert guter Burgerbraterein zunimmt, heißt es nicht, dass mich ein schneller „Big Rösti“ nicht auch anmacht. Und da sind wir auch schon beim Thema. Mein Kumpel Jan stellte mir neulich – mit einem berufsbedingt ivestigativen Gesichtsausdruck – die Frage: „Wie wäre es, wenn Du mal einen „Big Rösti“ machst?“

Da ich denke, dass die Rechtsabteilung der Schöpfer meines heutigen Vorbildes größer ist, als meine Geduld und Geldmittel, möchte ich klarstellen: Ich mache keinen „Big Rösti“, sondern einen Burger mit ähnlichen Zutaten. Das ist hier auch kein Wettrennen zwischen dem Burgergiganten und einem Foodblogger, mit dem Ziel einen Burger gut aussehen zu lassen, und den anderen als ungenießbar hinzustellen. Alles Unsinn und nicht mein Ansinnen. Ich esse beide gerne und das ist auch gut so!

So, hier nun mein Vorbild. Interessant übrigens, dass der Burger ohne jeden Salat auskommt. Der Erfinder dieses frechen Kalorienspenders hat sicherlich gedacht: „Ach, Kartoffeln sind auch Blumen, das genügt.“

Der Versuchsaufbau von unten nach oben: Burgerbununterseite, Rindfleischscheibe, eine Scheibe Schmelzkäse, ein Kartoffelrösti, Bacon, Käsesoße und zu oberst der Deckel, der mit Käse und Speckwürfeln überbacken ist.

Genau so werde ich auch vorgehen, wobei ich eine andere Textur mit mehr „Crunch“ plane. Dafür verrate ich Euch später auch einen Trick.

Die Buns werden wie hier beschrieben angefertigt. Das Grundrezept habe ich von bigmeatlove.de. Schaut da ruhig mal vorbei !!

Anstatt Sesam auf die Buns zu krümeln, nehme ich geriebenen Käse und ein wenig kleingeschnittenen Speck.

Also von dem Zwischenergebnis bin ich ja schon mal angetan. Meine Tochter hatte so ein Brötchen mit zur Schule und war für Ihre Verhältnisse klatschnass vor Begeisterung.

Für die Käsesoße nehme man folgende Zutaten:

  • 100 Gramm Emmentaler
  • 125 ml Milch
  • etwas Butter
  • 1 Teelöffel Mehl
  • Salz
  • Pfeffer

Die Butter wird in einem Topf zerlassen. Anschließend werden der gewürfelte Käse und die Milch hinzugegeben und bei mittlerer Hitze aufgekocht.

Als Soßenbinder kommt ein Teelöffel Mehl hinzu. Mit dem Schneebesen wird die Soße schön glatt gerührt.

Mit Salz und Pfeffer wird abgeschmeckt – et voila, die Käsesoße ist fertig. Falls die Soße zu dick ist, kann man auch noch etwas Milch unterrühren.

Als Rösti nehme ich einen ordinären Kartoffelpuffer. Eigentlich sollte es ja ein Rösti sein, aber die gab es nur als Dreiecke im Supermarkt. Puffer sind hingegen rund und schmeicheln der Burgerform wesentlich mehr als ein Dreieck. Da beide Produkte aus geriebenen Kartoffeln sind, dürfte diese Abweichung wohl erlaubt sein.

Überschüssiges Fett wird mit einem Küchentuch abgetupft. Während ich das machte ist mir folgendes aufgefallen: Fett ist Geschmacksträger, macht aber auch den Schmecker träger.

Wo wir schon beim Thema Fett sind: Der Speck wird in einer Pfanne kross angebraten.

Was den Burgern einen zusätzlichen Crunch verleiht, ist ein knuspriges Brötchen.  Dabei ist es – zumindest aus meiner Sicht – wichtig, dass die Buns nicht von aussen kross sind, sondern nur auf den Innenseiten. Es gibt da dieses wahnsinnig leckere Knoblauchbaguette von „Block House“. Ein ähnliches Ergebnis lässt sich erzielen, wenn man die Schnittflächen mit etwas Butter bestreicht und dann angrillt.

Je nach Temperatur des Grills dauert das toasten etwa 1 bis 2 Minuten.

Das Gussrost hat die buttrig-weiche Oberfläche der Buns in einen Traum der Knusprigkeit verwandelt.

Jetzt werden die vorbereiteten Zutaten gestapelt. Auf die Brötchenunterseite kommt direkt das Rindfleischscheibchen…

… dann eine Scheibe Schweizer Emmentaler…

… der Fake-Rösti…

… eine Hand voll Frühstücksspeck …

… ein ordentlicher Klecks Käsesoße…

… Deckel drauf und fertig.

Fazit: Geiles Teil !!! Es lohnt sich, sich von Fastfoodketten inspirieren zu lassen. Mein Ziel war es nicht den Big-Rösti zu kopieren, sondern eine eigene Interpretation des fluffigen Vorbildes zu brutzeln. Ist in jedem Fall gelungen.

Eine weitere Erkenntnis ist, dass ein Burger „tutti completti“ ohne Salat auskommt, wobei ich eine frische Komponente wie Tomaten und Salat normalerweise ziemlich sinnvoll finde.

In diesem Sinne: Guten Appetit !!!

DJANGO UNCHAINED im „Lindenblatt“ in Hannover – der Burger im Test

„Food“ ist zweifellos ein Trend. Klar haben Menschen schon immer gegessen, aber momentan scheint dies bewusster zu geschehen. Die großen Burgerschmieden werden Gott sei Dank durch kleine Geschmacksmanufakturen ergänzt, die Produkte liefern, die nur wenig mit dem typisch-labbrigen Cheeseburger von XXX gemein haben (auch wenn ich denen von Zeit zu Zeit auch etwas abgewinnen kann).

In letzter Zeit haben eine Reihe neuer Burgerläden im Herzen der Leinehauptstadt eröffnet, die in puncto Geschmack und Preisleistung ganz weit vorne sind – und die es hoffentlich über die Trendphase hinaus auch bleiben.

Gegenüber vom Astor, dem ehemaligen Cinemaxx, ist das Lindenblatt. Die offene Küche und der moderne Look passen ausgezeichnet zum feilgebotenen Produkt.

Ich habe mir den „Django unchained“ bestellt. Er besteht aus einem Brioche-Bun, 170 Gramm Rindfleisch, Bacon, Tomate, Babyleaf, eingelegten Gurken, geschmorten Zwiebeln und einer Soße mit dem wohlklingenden Namen „Fritz-Jacky-BBQ-Sauce“. Da ich gerne Käse auf meinem Burger esse, habe ich mir welchen dazubestellt – kein Problem.

Als Beilage gab es Süßkartoffel-Pommes mit Knoblauch-Majo und ein (paar) Kaltgetränk(e).

Fazit: Sehr zu empfehlen. Krosser Bacon, leckere Kombination, saftig und eine Menge die geeignet ist, um danach in der Stadt noch weiterzuziehen. Zudem passt aus meiner Sicht das Preis-Leistungs-Verhältnis. 11 EUR für einen geilen Burger, Pommes, Pommessoße und ein Getränk ist wirklich in Ordnung.

In diesem Sinne: Guten Appetit

winterlicher Lammburger mit Camembert und Preiselbeeren im Brioche-Bun

Burger sind eine Klasse für sich. Das ganze Jahr über geht mein Interesse an diesen praktisch zu essenden Kleinodien nicht verloren. Die Leidenschaft kann man natürlich auch aufrecht erhalten, in dem man das Jahr über variiert. Im Sommer eher deftig mit BBQ-Soße, Speck und Zwiebeln und im Winter eher eine süßliche Variante.

Der Burger passt insbesondere durch das maximal-schmackhafte Lammfleisch in die Winterzeit. Das süßliche Brioche-Brötchen, der Camembert und die süßen Preiselbeeren sorgen dann für das perfekte Finish.

Es geht nichts über frische Zutaten. Buns und Patties sind also auch in Handarbeit entstanden.

Ich habe mir beim Fleischhauer eine Lammkeule und etwas fetten Speck organisiert und durch den Wolf gelassen. Wer keinen hat, kann das mit Sicherheit auch direkt beim Metzger machen lassen.

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Der Fettanteil sollte beim saftigen Burger etwa bei 20 % liegen. Da die Lammkeule sehr mager ist, nehme ich auf ein Kilo Lamm noch einmal 200 Gramm Speck dazu.

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Der Wolf ist ein günstiges Modell von Kenwood, der aber hervorragend funktioniert. Würde ich noch einmal einen neuen kaufen, nehme ich aber einen aus Edelstahl, da man den bedenkenlos in die Spülmaschine schmeißen kann. Meiner ist aus Alu und verträgt nur Handwäsche. Das schlimmste am Kochen – und insbesondere am Hantieren mit Fleisch – ist das Abwaschen. Da das keiner für mich macht muss man da eben optimiert arbeiten.

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Die Patties steche ich mit einem Bonbonglas aus – quasi runde Hackplätzchen. Da meine Frau heute den Deckel Ihres Bonbonglases pulverisiert hat, ist der praktische Ausstecher jetzt meiner – denke ich …

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Für die Brioche-Buns habe ich ein Rezept vom Burgerspezialisten Florian von bigmeatlove.de verwendet (Schaut unbedingt mal bei Ihm auf der Seite vorbei!!)   Hier das Rezept. Super fluffig und lecker. Mit gekauften Brötchen sind diese Schätzchen nicht zu vergleichen. Ob glänzend oder „matt“, ob mit oder ohne Sesam – ganz wie Ihr wollt.

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Als Soße habe ich eine Preiselbeer-Mayonnaise angerührt.

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Die angefrorenen Fleischige werden jetzt von beiden Seiten gegrillt. Ob auf einer Platte oder dem Rost ist Geschmacksache. Auf der Platte geht weniger Saft verloren – aber Rost ist auch OK.

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Die Buns werden auf der Innenseite kurz angegrillt und dann kann die Geschmacksbombe zusammengebastelt werden.

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Die Reihenfolge von unten nach oben ist:

Brötchenunterseite, Preiselbeer-Mayo, Ruccola, ein Scheibchen Lamm, Camembert (wird bereits auf dem Grill zum anschmelzen mit aufgelegt), ein zweites Scheibchen Lamm, Preiselbeeren und dann den Deckel nicht vergessen.

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Was soll ich sagen. Saftig, süß, herzhaft, vorweihnachtlich – einfach der Hammer.

In diesem Sinne: Guten Appetit !!!