„Bacon-Jam“ – oder Chutney vom Paarhufer

Auf meiner unerbittlichen Suche nach neuen Köstlichkeiten durchstreife ich das „World Wide Web“. „BACON-JAM“, oder Schweine-Chutney ist eine Art Marmelade, die alle Geschmacksrichtungen kitzelt. Süß durch den Ahornsirup und den Zucker, salzig durch den Speck, Scharf durch die Chilli und mit einem angenehmen Crunch – einfach geil.

Man kann das Schweine-Chutney zu allen Fleischgerichten essen. Als Dip für Vegetarier ist es wohl eher ungeeignet. Ich werde es heute Abend als weitere Zutat für „American-Beef-Burger“ zwischen dem Beef-Pattie und der Cheddar-Scheibe als Geschmacks-TNT verwenden.

Hier das Rezept:

  • 900 g Frühstücksspeck (für Naschkatzen lieber etwas mehr)
  • 2 große Gemüsezwiebeln
  • 200 g Schalotten
  • 3-4 Knoblauchzehen
  • 1 TL geräuchertes Paprikapulver
  • ½ TL schwarzer Pfeffer
  • 2 EL asiatische Chilisauce
  • 130 g braunen Zucker
  • 130 ml Ahornsirup
  • 130 ml Whisky
  • 60 ml Balsamico-Essig

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Vorweg muss gesagt werden, dass aus einer riesigen Menge Zutaten eine überschaubare Menge Endprodukt entsteht. Aber der geneigte Leser weis, dass einreduzierte Sachen zu einem komprimierten Geschmackserlebnis führen.

Als erstes wird der Bacon kleingeschnitten. Man braucht ein sehr scharfes Messer!! Es kommt nicht ganz so drauf an, ob Streifen oder Rauten, ob Kringel oder Kreise – Hauptsache klein.

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…sich selbst beim Schneiden zu fotografieren ist doch gar nicht so einfach. Daher sieht es aus, als könnte ich mit meiner linken Hand den Speck mittels präziser Hackbewegungen kleinkriegen – aber das täuscht.

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Jetzt werden die anderen Zutaten kleingeschnippelt. Auch hier ist Sorgfalt nicht erforderlich – so wie ich es mag. Ich bin nicht faul, aber ein ausgesprochener Ökonom im Hinblick auf die Verschwendung meiner Ressourcen. Da der Zwiebelmatsch nachher püriert wird, sind auch größere Stücke OK.

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Ohne eine Träne zu verdrücken!!! (Wer da anfälliger ist, kann auch eine Schwimmbrille aufsetzen)

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Der Speck wird auf mittlerer Hitze ausgelassen. Apropos ausgelassen: Zwischendurch dem Koch ruhig mal einen Schluck Bier geben!!

Viel hilft viel gilt zwar bei Hubraum aber nicht beim auslassen von Speck. Der soll schön langsam brutzeln ohne anzubrennen. Das ganze kann schon mal eine Stunde dauern.

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Der Speck ist fertig, wenn die Kalorienbombe anfängt zu schäumen.

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Dann wird das Fett in einem Metalltopf abgegossen. Ein Hinweis in eigener Sache: „Esst nicht jetzt schon den ganzen Speck auf, nur weil er förmlich darum bettelt!!“ Oder man macht einfach etwas mehr als im Rezept steht.

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Mit dem aromatischen Schweinefett werden jetzt sie Zwiebeln angebraten bis sie schön glasig sind. Der Knoblauch wird dann ebenfalls hinzugegeben und auch angebraten.

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Chillisoße (z.B. aus dem Asialaden), Paprikapulver und Pfeffer werden nun unter die Zwiebeln gerührt.

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Es ergibt sich sofort eine sehr schöne Farbe, die nachher aber noch durch den dunklen Balsamico-Essig getoppt wird.

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Für alle die den Whisky nicht vorher schon ausgetrunken haben – JETZT, und den Ahornsirup gleich hinterher. Bei starker Hitze wird der Sud aufgekocht. Wer C2H5OH nur aus dem Chemieunterricht kennt, sollte jetzt mal den Kopf über die Pfanne halten und ein paarmal tief einatmen 🙂

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Nachdem der Sprit und der Sirup etwas einreduziert sind, werden noch der Zucker und der Balsamico hinzugegeben und ebenfalls mit aufgekocht.

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Wenn sich eine gelatinöse Konsistenz zu ergeben beginnt, wird die Leckerei noch durchpüriert. Dazu gebe ich alles in einen kleineren Topf, sodass der Pürierstab auch greift.

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Kurz alles durchpürieren bis sich eine glatte Masse ergibt.

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Jetzt kommt der Speck – oder das was noch übrig ist – ebenfalls zurück in den Topf und wird untergehoben. Falls das ganze noch zu flüssig erscheint, kann man auch noch etwas weiter reduzieren.

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Die noch heiße „Marmelade“ wird in kleine Gläser gefüllt und verschlossen. Schild dran und Zack-Bum-Bonjour – fertig ist die Laube.

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Ich empfehle das mal auszuprobieren. Schmeckt kalt sehr gut, entfaltet beim Aufwärmen auf dem heißen Fleisch aber vollends sein Geschmackspotential!!!

Guten Appetit !!!

 

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