„DIY-Heimwerker-Bratwurst“ aus der Silikonspritze

Bratwurst selber machen ist so pipieinfach, dass das wirklich jeder hinbekommt. Ja, natürlich habe ich mir, weil ich ein „Fleisch-Nerd“ bin, einen Wurstfüller gekauft. Ich will Euch aber mal zeigen, dass es auch ohne Fleischwolf, Wurstfüller und sonstigen Schnickschnack geht, den der Durchschnittsgriller halt nicht braucht.

Ich habe mir ein Kilo Schweinehack besorgt. Das ist recht praktisch, da es bereits  schön fein gewolft ist.

Was braucht man noch für ne einfache Bratwurst?

Pro Kilo Schweinefleisch nehme ich:

  • 18 g Salz (normales Tafelsalz oder Meersalz)
  • 1,1 g weißen Pfeffer (gemahlen)
  • 1,1 g schwarzen Pfeffer (gemahlen)
  • 0,8 g Piment (gemahlen)
  • 1 Teelöffel Majoran (gerebelt)
  • 4 g Knoblauch (frisch)
  • 2 g Traubenzucker (oder anderen)
  • 100 g Wasser
  • ein Stück Schafseitling (Darm)

Als erstes muss der Darm enttüddert werden. Dabei muss man vorsichtig sein, da man sonst ruckzuck ein unbrauchbares Knäul hat. Ich kaufe meinen Wurstdarm übrigens bei Amazon bei der Fleischergilde Ingolstadt. Der wird in einer eleganten Verpackung als Postwurstsendung verschickt 🙂

Die Menge Darm die man benötigt, wird in lauwarmem Wasser eingeweicht.

Inzwischen wird das Hack mit den Gewürzen und dem Wasser vermengt.

Dabei reibt man mit dem Handballen das Brät, damit sich eine schöne Bindigkeit ergibt. Dafür ist auch das Wasser mit dabei (nicht etwa um das Brät zu strecken).

So, jetzt hat man einen schönen Mettklops, den man natürlich noch mit kleinen Käsestückchen – oder worauf man sonst so Bock hat – tunen kann.

In die Silikonspritze setzte ich eine kleine Holzscheibe ein, damit der Stempel die Tüte nicht kaputt macht.

In einem 4 Liter-Gefrierbeutel wird eine Brätwurst geformt, die dann in die Spritze geprokelt wird.

Die Tüte wird um die Spritze gelegt und dann wird zugeschraubt. Dadurch, dass das Brät nicht in Berührung mit der Spritze kommt, ist die Angelegenheit doch recht hygienisch.

Über die Tülle, die ich vorher gekürzt habe, wird das glitschige Scheißerchen drübergeschoben.

Am Ende wird ein Knoten in den Darm gemacht.

Jetzt kann gepresst werden. Aber schön mit Gefühl. Der Moment in dem der Darm platzt gehört definitiv zu den Momenten die man richtig scheiße findet. Also sachte !!!

Das läuft eigentlich ziemlich gut !!!

Zack hat man ne richtig lange Wurst, die natürlich so kaum auf den Grill passt (ok, auf meinen schon 🙂 )

Alle 20 cm wird die Endloswurst abgedreht.

Und in Windeseile hat man einen echten Hingucker für die Grillparty fabriziert.

Jetzt wird nicht lange gefackelt. Schmecken sie auch?

Definitiv, und es ist was selbstgemachtes !!

Ein bisschen Senf oder Ketchup und dann wird geschlemmt !!!

In diesem Sinne – einen guten Appetit !!!

Sylvester-Rumpsteak vom argentinischen Rind, sous-vide gegart und auf der NEFF-Grillplatte gegrillt

Ich hoffe, Ihr seid alle gut ins neue Jahr 2018 gerutscht. Ich habe mit einem vollen Bauch das Jahr 2017 verabschieden können. Möglicherweise hatte dies etwas mit der leckeren Kuh zu tun, die hoffentlich in Argentinien ein schönes Leben hatte, und mit deren Zubereitung ich betraut wurde.

Daher bin ich in meine Lieblingsecke der Metro, über der das riesige Schild mit der Aufschrift „Frischfleisch“ prangt eingebogen und habe ein schönes Roastbeef gekauft, das ein Gewicht von 3,6 Kilo hatte. Wie bekommt man so einen Oschi aber auf den Punkt hin?

Richtig, „sous-vide“ im Wasserbad und dann in Scheiben auf der Grillplatte. Steaks aus dem Roastbeef eines Rindes nennt man übrigens Rumpsteak. Nicht jedes Roastbeef ist ein Rumpsteak, aber jedes Rumpsteak ist ein Roastbeef – verstehste ?

Da Jonas, bei dem ich feiern durfte, einen absoluten Kackgrill hat, aber diese geile Grillplatte von Neff für den Induktionsherd, konnte ich mich in der fremden Küche mal so richtig ausleben, und die Grillplatte testen. Um es vorweg zu nehmen: Geiles Teil, aber Fenster auf !!!

Das Roastbeef habe ich von Fett uns Sehnen befreit. Würde ich das Leckerli am Stück im Ofen garen, würde ich den Fettdeckel drauf lassen, aber im Wasserbad werden daraus nur Gummibärchen, daher runter damit. Von den 3,6 Kilo sind jetzt leider schon 700 Gramm im Abfall gelandet.

Mit einem Stückchen Butter und einem Zweig Rosmarin wird das Fleisch eingeschweißt. Man kann auch ein Stück gefrorenes Olivenöl nehmen, hatte ich aber nicht auf die Schnelle da. Mit so einem Balkenvakuumierer kann man Flüssigkeiten leider nur einvakuumieren, wenn sie gefroren sind, da ansonsten das Gerät die Flüssigkeit wegnascht.

Zu Hause habe ich die Kollegen schon einmal eine Stunde baden lassen. Die Temperatur beträgt 57 Grad.

Zack, Szenenwechsel. Mit schicker Schürze – die ich bei einem Wurstkurs bei der sensationellen Fleischerei Scheller (Gaumenwerk) ergattert habe – wird das Fleischbad in Hannover beendet.

Nach zwei bis drei Stunden in der Badewanne und von der Folie befreit erinnert die Textur eher an eine Wasserleiche als an eine Köstlichkeit, aber da kommt ja die Grillplatte ins Spiel.

Diese wird ordentlich angeheizt, aber nicht zu stark, da sie sich ansonsten verzieht (nicht wahr Jonas ?!?). Ich habe noch ein bisschen Butterschmalz auf die Platte gerieben, aber das braucht man wahrscheinlich nicht.

Ich denke, die Bilder sprechen für sich. Um es mit den Worten von Culcha Candela zu sagen: Hamma !! Kostet beim Versandhöker rund 150 Tacken, aber in einem schwachen Moment werde ich das Ding wohl mal heimlich in den Warenkorb schieben (Hier der Link zum Produkt).

Auf diese Weise wird aus dem hässlichen Entlein doch noch ein schöner Schwan.

Zusammen mit dem Gemüse, das meine liebe Frau gezaubert hat, und den Kartoffeln von Katja und Jan war das Essen ein Traum. Man soll sich ja nicht selber loben, daher gebe ich mal nur das wieder, was die Esser gesagt haben 🙂

Auch im Anschnitt ist das Fleisch ein Gedicht. Zartrosa, mit ein paar schönen Röstaromen.

Der unschlagbare Vorteil des „sous vide“ (hier noch mal ein Link zu einem älteren Beitrag hierzu) ist, das man große Mengen auf den Punkt zubereiten kann. Da kommt es auf ein halbes Stündchen nicht an. Ob vor „Dinner for One“ gegessen wird oder danach ist also komplett Wurst.

In diesem Sinne: Ein frohes Neues

(und jetzt werden erstmal ein paar Kilo abgespeckt)

Bisonburger von der „Bison-Farm Essel“ mit Brioche-Bun vom EDEKA

Dieser Burger ist für mich in zweierlei Hinsicht eine Premiere. Zum einen habe ich noch nie einen Bisonburger gegrillt und zum anderen habe ich die Brioche-Buns vom Edeka ausprobiert, da diese recht gut sein sollen.

Bison bekommt man natürlich nicht alle Tage. Ich konnte jedoch ein paar Pattys von der „Bisonfarm Essel“ ergattern (hier mal ein Link zur Internetseite der Farm). Auf der Farm in der Nähe der Lüneburger Heide leben rund 100 Tiere, und das kann ich vorweg nehmen, der Geschmack ist gigantisch – vielleicht auch weil die Tiere dort ein phantastisches Leben haben.

Die Brioche-Buns sind vom EDEKA. Normalerweise backe ich die Brötchen selber, aber auch das kann ich vorweg nehmen: für ein „Fertigbrötchen“ sind die Teiglinge absolut zu empfehlen.

Ein Burger ist wie eine Pizza, man kann nach eigenem gusto Zutaten verwenden. Aber wie auch bei der Pizza gilt: Nicht zu viele verschiedene Sachen!!!

Ich nehme bei diesem Burger: Patty und Bun (wie beschrieben), Tomaten, Salat, eine Burgersoße aus Majo, Ketschup und einem Schuss Liquid Smoke, Bacon, glasierte Zwiebeln und englischen Cheddar.

Die Soße ist denkbar simpel:

Ketchup, Majo und Liquid Smoke von Stubbs verrühren und gut ist. Der Liquid Smoke gibt dem ganzen – wie der Name auch schon vermuten lässt – eine leicht rauchige Note.

Die Zwiebeln werden in einer Pfanne glasig angeschwitzt. Die roten Zwiebeln sehen auf dem Burger besser aus, daher habe ich diese genommen.

Auch der Bacon, dem ich auf jeden Fall einen Oscar für die beste Nebenrolle im Burger-Business verleihen würde, wird in der Pfanne angebrutzelt.

Dann kann es ans Sportgerät gehen. Das Patty wird von beiden Seiten gegrillt.

Wenn das zischende Scheibchen gewendet wird, wird der Käse aufgelegt, sodass dieser wunderbar schmelzen kann. Mein Favorit unter den Burgerkäsesorten ist  Cheddar. Cheddar ist intensiv im Geschmack, aber nicht aufdringlich.  Nehmt bloß keinen Butterkäse oder Gouda, der ist so intensiv im Geschmack wie die Verpackung von aussen.

Die Buns werden ein wenig angegrillt. Aber bitte nur auf der Innenseite und nicht bis dat Dingen Feuer fängt. Die EDEKA-Dinger sind übrigens schon aufgeschnitten.

Ein bisschen ankrossen reicht schon.

Dann wird belegt. Die Reihenfolge kann man schon mal variieren. Ich streiche aber immer erst etwas Soße auf die Unterseite und lege dann den Salat darauf. Die Tomaten sollten fein geschnitten sein, sonst wird die ganze Angelegenheit etwas kippelig. Wer gerne „Jenga“ spielt, kann aber ruhig Zentimeterscheiben schneiden 🙂

Dann wird die Fleisch-Käse-Medallie aufgesetzt.

Speck und Zwiebeln aufschichten….

…und zu guter Letzt den Deckel mit sanftem Druck aufdrücken.

So, und jetzt mal unter uns: „Sieht der nicht geil aus?!??!!“ Gut, Aussehen ist nicht alles (wobei das immer nur die Hässlichen sagen :-)) Aber hier stimmt das Gesamtpaket! Das Teil ist supersaftig und ausgewogen. Auch der Bun ist klasse. Das ein selbstgebackener noch etwas besser schmeckt, das steht auf einem anderen Blatt. Ich fahre ja auch einen Golf, auch wenn ich lieber einen fetten schwarzen G-Daimler hätte. Ob der EDEKA-Bun nun der Golf unter den Brötchen ist, weis ich nicht aber man kann damit auch sehr zufrieden sein.

Daher Volle Punktzahl von mir für den Bison-Fleischling und das Fertig-Backwerk von der „Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler“.

In diesem Sinne: Einen guten Appetit !!!

Essen und Trinken hält Leib und Seele zusammen – Kaffee also auch :-)

Ich nehme kaum an, dass sich bereits jemand gewundert hat, weshalb es im November noch kein Lebenszeichen von der Grillküche Pattensen gab.

Die Erklärung ist einfach: Ich habe mir ein neues Themengebiet erschlossen, das etwas Zeit gekostet hat, nämlich Kaffee!!!

Nein, ich habe auch schon vor November 2017 Kaffee getrunken, aber nicht so wie jetzt.

Bei allem was ich tue – z.B. in handwerklicher und kulinarischer Sicht – versuche ich das Maximum herauszuholen. Man sagt ja auch: „Das Leben ist zu kurz um billigen Wein zu trinken“. Das stimmt, aber das Portemonnaie muss auch noch mitspielen.

In Sachen Kaffeekultur habe ich mir mit meiner Frau einen länger gehegten vorgezogenen Weihnachtswunsch erfüllt: eine Siebträgermaschine.

Es gibt eine Vielfalt an Maschinen, die alle für sich betrachtet Vor- und Nachteile haben.

Kettacar fahren muss man nicht lernen, fürs Autofahren braucht man einen Führerschein und für einen Formel-1-Wagen sogar einen Rennanzug und Helm. Bei Kaffeemaschinen ist das ganz ähnlich. Akzeptiert man die Berge an Müll, die Kapselmaschinen verursachen, hat man ein Gerät, das sehr einfach recht schmackhaften Kaffee produziert. Je „analoger“ die Maschine ist, desto komplizierter ist auch die Anwendung. Das Ergebnis, sobald es einem gut gelingt, entschädigt aber allemal die Mühe!

Mit diesem Beitrag möchte ich nicht für eine bestimmte Maschine Werbung machen, vielmehr möchte ich Lust auf ein außergewöhnliches Weihnachtsgeschenk machen (und man darf sich doch auch mal selbst beschenken).

In diesem Sinne wünsche ich einen schönen anstehenden 1. Advent !!!

gekochte Mettwurst im Glas

Ich will jetzt nicht die große Runde drehen, aber „Ehrlichkeit“ ist das A und O im Leben. Ehrlichkeit zu sich selbst und seinem Umfeld. Mal mit beschissener Frisur auf die Straße gehen und nicht immer auf „Dicke Hose“ machen. Damit lebt es sich ganz gut. Was hat das aber mit gekochter Mettwurst im Glas zu tun. Erstmal nix, aber was „erhlicheres“ als gekochte Mettwurst fällt mir spontan nicht ein.

Also gehen wir mal einen Moment von den hippen BBQ-Gerichten mit Soße und pornomäßig zerlaufendem Käse weg und freuen uns auf eine Scheibe Brot mit leckerer Wurst.

Man nehme:

  • 1 Kilo Schweineschulter oder Nacken
  • 250 Gramm fetten Rückenspeck vom Schwein
  • 125 ml kaltes Wasser
  • 25 Gramm Pökelalz
  • 4,5 Gramm weißer Pfeffer
  • 1,9 Gramm Muskat
  • 1,9 Gramm Zucker
  • 0,6 Gramm Piment
  • 0,25 Gramm Knoblauch (granuliert)
  • 1,25 Gramm Speisewürze (Fondor oder so)

Für größere Mengen müsst Ihr den „3-Satz“ bemühen, aber den erklär ich jetzt mal nicht.

Die Gewürze wiege ich immer vorher in kleinen Schälchen ab. Hier macht das mal die Holde (wie übrigens die gesamte Wurst).

Piment wird im Mörser zerstoßen.

… fertig.

Jetzt wird das Schwein gewürfelt – so das es elegant in den Fleischwolf passt.

Von den mageren Stücken des Nackens wird ein Anteil zurückbehalten der nicht gewolft wird. Wir wollen später noch ein paar ganze Stücke in der Wurst haben.

Die Gewürzmischung wird vor dem Wolfen über das Fleisch gegeben …

… und vermengt. Wer öfter mit Fleisch rumhantiert, dem empfehle ich diese Edelstahl-Gastrobehälter. Die kosten nicht die Welt und sind ideal. Ausserdem sieht das professionell aus 🙂

Das sind die Stückchen, die nicht gewolft werden.

Jetzt Ohrenstöpsel rein und ab geht die wilde Fahrt.

Wir nehmen hier die 3 mm-Scheibe.

Hier in kleiner Tipp: Abwaschen eines Aluminium-Wolfes bitte immer per Hand, und nicht im Geschirrspüler (Mit einem schönen Gruß an meine liebe Frau) !!

Sicher fällt nur dem geschulten Auge der Unterschied auf. Links: Ersatzteile vom Kenwood-Kundenservice und rechts die aus dem Geschirrspüler. So spart man natürlich nichts beim „Selber-Wursten“ 🙂

Anschließend wird das Brät mit dem Handballen“gerieben“. Dadurch erhält die Masse eine schöne Bindigkeit. Jetzt wird auch das Wasser mit eingearbeitet. Dies erhöht die Bindigkeit noch einmal.

Zu guter Letzt werden die „Bröckchen“ untergehoben.

Mit einem Wurstfüller oder einfach mit einem Löffel wird die Masse in die Gläser gefüllt. Achtet dabei darauf möglichst wenig Lufteinschlüsse zu haben.

In einem Einkocher („Glühweintopf“), oder einem anderen Topf werden auf einem Rost die Gläser platziert. Sie stehen also nicht direkt im kochenden Wasser.

Für ca. 90 Minuten werden die Gläser im heißen Wasserdampf gelassen. Die Gläser werden dadurch sterilisiert und sind nach dem abkühlen dicht (Der Deckel lässt sich dann nicht mehr eindrücken).

Auf einem leckeren und ebenfalls „ehrlichen“ Brot kann die Wurst verspeist werden. Würzig und lecker. Und garantiert nur das drin, was ihr verarbeitet habt.

In diesem Sinne: Einen guten Appetit !!!

„Oink Oink“ am Morgen vertreibt Hunger uns Sorgen

Zweifelsfrei ist Pulled-Pork eine echt geile Geschichte. Leider sind meine Frau, meine Tochter und ich alte Naschkatzen. Wenn das PP seine gewünschte Kerntemperatur hat, und diesen phantastischen Duft verströmt, dann können wir in der Regel kaum widerstehen uns ein paar Brocken vom dampfenden Gral abzurupfen und unter Mmmmhhhh-Lauten zu verschmackofatzen. Neulich hat meine Frau einen vergleichsweise kleinen Nacken besorgt. Das Ziel: Man kann sich ja den ganzen „Pull-Prozess“ sparen und das Dingen direkt verputzen.

Die Idee führe ich heute fort. Ein Stück von etwa 1,5 Kilo schrumpft nach 12-16 Stunden auf ein kompaktes Stück Geschmacksgold zusammen. In diesem Versuch nehme ich als Rub den „Carolina Mustard“ von „Don Marcos“.

Das Schätzchen bekommt eine kurze, aber liebevolle Massage mit allerfeinstem Mostrich. Dieser hat eine antibakterielle Wirkung und dient als Kleber für den Rub.

Der Rub wird großzügig auf den Nacken gekrümelt und rundherum angedrückt.

Im Folienbeutel ruht das Vorprodukt für ein paar Stunden – oder auch über Nacht – im Kühlschrank.

Ich habe zwar auch einen kleinen Smoker, aber ich bin faul (ökonomisch im Umgang mit meinen Kräften). Da ich mir nicht so viel Aufwand gönnen möchte, und nachts gut schlafen will, nehme ich den Gasgrill. Auf die Aromaschiene stelle ich die Räucherschale mit ein paar Hickory- und Kirsch-Chunks. Darüber platziere ich eine Auflaufform mit reichlich kochendem Wasser. Am besten randvoll, da ich noch nicht in dem Alter bin, wo man nachts aufstehen muss oder soll. Das Wasser dient als Feuchtigkeitsspender und als Temperaturpuffer. Zuoberst wird ein Rost mit dem Braten aufgesetzt.

Die Chunks fangen schon schön an zu mökern.

Der Nacken wird nun noch verkabelt. Ein Fühler für die Garraumtemperatur und einer für das Fleisch. Der Sensor sollte in der Mitte des Bratens landen. Das erreicht man, in dem man vorher aussen mit dem Pieker Maß nimmt und dann erst hineinsticht.

Nach rund 14 Stunden bei 105 Grad liegt die Kerntemperatur bei 80 Grad. Es fehlen also noch ca. 14 Grad.

Schweine sind eigenwillige Tiere. Vielleicht ist auch das Sturmtief „Xavier“, das zurzeit über die Grillküche Pattensen fegt schuld, dass der Braten jetzt schon 22 1/2 Stunden auf dem Grill ist. Die Temperatur am Fleisch beträgt zwar etwa 105-110 Grad, aber der Wind scheint den Grill doch irgendwie zu kühlen. Das ist nicht schlimm, aber es macht ein geplantes Frühstück mal schnell zu einem Abendessen. Trotzdem, die Sache lohnt sich. Wie man sieht, tritt bei leichtem Druck auf den kleinen Strolch jede Menge Saft aus.

Durch die lange niedrige Garzeit zerfallen Kollagene im Bindegewebe und ein 0815-Nacken wird zu einer Offenbarung.

Nach knapp 23 Stunden hat die Sau endlich die gewünschte Temperatur von 94 Grad. Und ich sage euch: ZUM NIEDERKNIEN!!!

Die Kruste ist enorm geschmackvoll. Sämtliches Fett hat sich verflüssigt und die Fleischfasern fallen auseinander und sind herrlich saftig.

Es dauert zwar eine kleine Ewigkeit, aber der Grill braucht nur wenig Betreuung.  Wer nur kurz und scharf gegrillte Nackensteaks kennt, der wird nicht glauben, dass es sich um das gleiche Stück Fleisch handelt.

In diesem Sinne: Einen gutem Appetit !!!

Britta´s „Zwiebel-Schmalz-Brot“

Das schöne – an dem Land in dem wir Leben – ist das Brot (u.a.). Es gibt eine Vielfalt, die ihresgleichen sucht. Dieses Brot ist eine sehr deftige Teigspeise und sorgt für ein behagliches Gefühl im Bauch. An kalten und ungemütlichen Tagen ist eine kräftige Scheibe dieses Backwerks ein wilkommener Leckerbissen.

In der Regel berichte ich in diesem Blog nur über Speisen, die ich selber zubereitet habe. Ich muss aber neidlos anerkennen, dass meine liebe Frau die bessere Bäckerin ist. Daher hat dieses Brot sich seinen Bericht redlich verdient!!

Was braucht man:

  • 250 g Weizenmehl (Typ 550)
  • 250 g Roggenmehl (Typ 1150)
  • 300 ml Wasser
  • 20 g Hefe (Würfel aus dem Kühlregal)
  • 75 g flüssiger Sauerteig aus dem Beutel
  • 10 g Zucker
  • 10 g Salz
  • 150 g Griebenschmalz
  • 50 g Röstzwiebeln

In eine große Rührschüssel – am besten die einer Küchenmaschine – wird die halbe Menge des Mehls gegeben. Die Hefe wird darübergekrümelt.

Auch das Wasser, der Zucker und der Sauerteig werden hinzugegeben.

Jetzt wird einige Minuten gerührt, sodass die Hefe schon ein bisschen in die Gänge kommt. Ist die Hefe in Fresslaune, wird das Salz und das restliche Mehl zugegeben und eingeknetet. Der Teig ruht dann etwa eine halbe Stunde bei Raumtemperatur.

In dieser Zeit kann das Griebenschmalz mit den Röstzwiebeln in einem kleinen Topf geschmolzen werden.

Die Zwiebeln schmelzen natürlich nicht. Wenn sie es doch tun, war die Temperatur definitiv zu hoch :-).

Nach der Gehzeit des Teiges wird das Schmalz-Zwiebel-Gemisch etwa 10 Minuten in den Teig eingeknetet.

Wer sie hat, bemehlt jetzt diese Weidenkörbchen, in denen der Teig ein weiteres Mal für 30 Minuten geht. Es geht aber auch auf einer bemehlten Arbeitsfläche. Der Teig sollte aber immer abgedeckt werden.

…hinein mit dem nassen Kloß !!

Nach den geplanten 30 Minuten zieht der Teig um.

Auf dem Backblech (außerhalb des Ofens) können die zukünftigen Brote noch einmal eine halbe Stunde rasten, während der Ofen auf 220 Grad Ober- und Unterhitze vorgeheizt wird.

Nach dem der Ofen vorgeheizt ist, wird für knapp 40 Minuten gebacken. Nach einigen Minuten (so 5) wird der Ofen auf 200 Grad heruntergedreht.

Am besten genießt man das Brot noch warm mit dem sicher noch im Kühlschrank befindlichen Rest des Griebenschmalzes.

Wow. Wirklich lecker und so gut wie vegetarisch – naja, fast 🙂

In diesem Sinne: Einen guten Appetiet !!!

Calenberger Pfannenschlag (gebratene Rinderwurst)

Vorweg: „Calenberger Pfannenschlag“ ist eines meiner Lieblingsgerichte. Wenn man mit diesem schlichten, aber enorm schmackhaften Gericht nicht aufgewachsen ist, mag die Konsistenz etwas an „schon mal gegessen“ erinnern. Kinder essen gerne Brei und allerlei Zeugs, was nicht lecker und hip aussieht. Warum? Weil es Ihnen noch egal ist. Und das sollte es uns bei der in der Pfanne angebratenen Rinderwurst auch sein.

Man bekommt die Wurst in Dosen, z.B. bei Borchers in Arnum (bei Hannover) – im schönen „Calenberger Land“.

Zur Zubereitung gibt es kaum etwas zu sagen. Dose auf, rein in die Pfanne, anbraten und fertig. Fett ist keins erforderlich, da das Ausgangsprodukt bereits eine beachtliche Menge Fett enthält.

Dazu gibt es ein paar cremige Kartoffeln, die ich noch kurz in der Pfanne anschwenke.

Auf einem Tellerchen wird angerichtet. Auf keinen Fall dürfen Gurken als Beilage fehlen. Dazu ein Bier oder ein Wein oder ne Cola, was auch immer – egal.

Beim schreiben des Beitrages realisiere ich, dass ich viel zu schnell gegessen habe und schon alles alle ist. Meine Frau merkte gerade noch an: „Am besten alles zermanschen und dann essen!“ – und Sie hat recht.

In diesem Sinne: Einen Guten Appetit.

Wodka-Capri – der fruchtige Stimmungsmacher !

Aus der Reihe „spritzige Sommerdrinks“ hier ein ganz besonders einfaches aber interessantes Exemplar – der „Wodka-Capri“.

Die Zutatenliste ist nicht besonders lang, denn sie ergibt sich aus dem Namen des Getränks: Capri-Eis und Wodka

Zur Zubereitung ist es erforderlich die fruchtig-kühle Kinderspeise aus der Folie zu befreien und sie dann in einen Mixer zu werfen.

Für ein besseres Mundgefühl empfiehlt es sich die Holzstiele vor dem mixen zu entfernen. Die Biber unter uns und alle die auch noch auf Splitter im Gaumen stehen, können hier natürlich auch anders verfahren.

Mit einem Schuss Wodka aufgegossen wird gemixt. Die Menge der aus Getreide und Kartoffeln gebrannten Spirituose überlasse ich meinem Gefühl. Aber Achtung: Nach fest kommt ab!! Nicht zu viel.

Das Getränk, dass in Sachen Konsistenz irgendwo in der Nähe eines Daiquiri rangiert, ist ein leckerer „Nachtisch“, für den man allerdings bereits beim Einkauf der Zutaten die „Alterskontrolle“ bestanden haben sollte.

In diesem Sinne: Einen schönen „Sommer“ !!!

Der Kaventsmann unter den Schneidbrettern im Eigenbau (45x35x6 cm Eiche-Hirnholz, 6 Kilo schwer)

Sechs Centimeter stark, sechs Kilogramm schwer, das ist ein ordentlicher Kaventsmann. Männer mögens marzialisch – zumindest die meisten. Mit diesem Brett, das man sich ohne Probleme selber bauen kann, kann man sich einen kleinen Küchentraum erfüllen. Mit etwa 40 EUR Materialkosten ist man seinem Traum doch schon viel näher, als würde man ein vergleichbares im Internet für rund 150-200 EUR kaufen.

„Selber machen lassen“, um es mit den Worten von Deichkind zu sagen, geht natürlich auch, aber es sollte mit üblichen häuslichen Werkzeugen möglich sein, sich so einen Boliden anzufertigen. Gleichwohl muss ich einräumen, dass die zu leistende Nacharbeit am Werkstück proportional zur Güte der verwendeten Werkzeuge abzunehmen scheint.

So, was braucht man also?

  • 2 Leimholzbretter Eiche (80x40x1,8 cm) Habe die bei Bauhaus gekauft, da die Bretter dort mit wasseresistenterem D3-Leim verleimt sind.
  • Schleifpapier
  • wasserfesten Holzleim (D3 z.B. von Ponal)
  • Gummifüße
  • Schraubzwingen oder starke Spannbänder zum zusammenzwingen

Die Bretter habe ich auf der Tischkreissäge in Streifen von sechs Centimeter geschnitten.  Diese werden dann versetzt zur Probe hochkant nebeneinandergelegt. Astlöcher und kleine Risse sollten auf der Unterseite des Brettes sein.

Die Streifen werden dann großzügig und vor allem zügig mit Leim bepinselt. Bei warmem Wetter zieht der Leim recht schnell an, daher ist Eile geboten. Es kann also helfen mit kleineren Schraubzwingen die ersten Brettchen schon einmal zusammen zu pressen.

Wenn alle Bretter bestrichen sind, kommen die langen Schraubzwingen zum Einsatz. Ich könnte mir vorstellen, dass man auch zwei bis drei Spannbänder nehmen kann, die dann aber mit Sicherheit mit Leim verschmiert sind.

Wichtig ist, dass beim Pressen etwas Leim aus der Fuge austritt. Das zeigt, dass die Leimfuge keine „Lücken“ mehr hat, in die später Wasser eindringen kann.

Um das Brett in horizontaler Ebene vor dem Verrutschen zu sichern, habe ich mir ein Metallgestell gebaut. Es tun aber auch ein paar Latten, die ebenfalls festgezwingt werden.

Nach der Trocknung des Leims werden beide Seiten plangeschliffen. Ich nehme einen Band- und einen Schwingschleifer.

Die Ränder werden mit der Kreissäge abgesägt. Eine Stichsäge wird das sicher nicht schaffen, aber „Versuch macht Kluch“. Vielleicht kann man sich das aber auch auf der Plattensäge im Baumarkt sägen lassen.

Es ergibt sich ein schon ziemlich ansehnliches Eichenmonster,…

Die Kanten habe ich mit dem Abrundfräser der Oberfräse rund gefräst. Aber auch hier kann man sicher mit ausreichender Schmirgelei gute Ergebnisse erzielen.

Vier Gummifüße machen aus dem schweren Ding ein schier unverschiebbares Fundament für alle Eure Fleischschlachten.

Mit etwas Pflanzenöl wird das Brett eingeölt, und es ist eine wahre Freude zu sehen, wie durch das Öl die Struktur der Eiche sichtbar wird.

Da ich bekanntermaßen viel mit saftigem Fleisch hantiere, brauche ich natürlich noch eine Saftrille. Das geht tatsächlich nur mit einer Oberfräse oder einem Trimmer.

Nach ein paar Stunden Arbeit ist der „Moby Dick“ unter den Schneidunterlagen fertig. Groß, schwer, und von der Kategorie „Frühstücksbrettchen“ so weit entfernt wie ich derzeit vom Traumgewicht.

Mein übliches: „In diesem Sinne, einen guten Appetiet“, lasse ich heute mal weg, und sage: „Viel Spass beim Nachbauen“!!